Das Start-up hatte über 800.000 Euro für einen neuartigen Tauchsieder eingesammelt. Wegen Produktionsproblemen streichen die Gründer nun die Segel.

Nach der spektakulären Pleite des Server-Start-ups Protonet gibt nun ein weiteres deutsches Start-up auf, das via Crowdfunding viele Unterstützer gefunden hatte: Knapp zwei Jahre nach der erfolgreichen Finanzierungskampagne bei Kickstarter hat Miito aus Berlin vergangene Woche Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen war mit einem Heizstab für das Erwärmen von Teewasser und anderen Flüssigkeiten angetreten. Gegenüber herkömmlichen Wasserkochern sollte das Gerät dank Induktionstechnik energieeffizienter und schneller sein. Über 800.000 Euro sammelte das Start-up mit der Idee ein – anders als bei Protonet wird es das geplante Produkt aber nie geben.

In den letzten Monaten sei klargeworden, dass das Vorhaben nicht gelingt, schreiben die Gründer Jasmina Grase und Nils Chudy in einem Kickstarter-Update über ihre „schmerzvolle Entscheidung“. Ursächlich sei der Verlust eines Entwicklungs- und Produktionspartners. Zudem habe es Probleme bei der Zertifizierung gegeben. Beides zusammen habe den Zeit- und Kostenrahmen gesprengt. „Uns ist klar, dass dies für unsere Unterstützer eine große Enttäuschung ist“, so die Gründer. Den Kickstarter-Investoren versprechen sie eine teilweise Rückerstattung ihrer Beiträge. Über die Höhe könne man noch keine Angaben machen. Das sei Aufgabe des Insolvenzverwalters.

Die Pleite zeigt einmal mehr, dass auch Crowdfunding-Projekte mit vielen Unterstützern vor einem Scheitern nicht gefeit sind. Oft unterschätzen Gründer den Aufwand der Hardware-Produktion. In den USA musste vor wenigen Tagen das US-Start-up Popslate die Segel streichen. Dieses ist für seine iPhone-Hülle mit E-Ink-Display bekannt. Popslate hatte im vergangenen Jahr auf der Plattform Indiegogo über eine Million US-Dollar für eine zweite Gerätegeneration eingesammelt. Der Popularität von Crowdfunding tun die gescheiterten Projekte bisher keinen Abbruch: Anfang Januar meldete die weltweit größte Finanzierungsplattform Kickstarter, den Umsatz in Deutschland im vergangenen Jahr um 60 Prozent gesteigert zu haben.