Online-Werbung bleibt möglich

Ein weiterer Aspekt, der insbesondere die Social-Media-Idee des Crowdinvestings gefährdete, war die sogenannte „Beschränkung von Werbung für Graumarktprodukte“. Der Gesetzentwurf sah vor, dass Werbung für Vermögensanlagen im öffentlichen Raum verboten werde. Werbung in den Medien sollte zudem deutliche Warnhinweise auf die Verlustrisiken beinhalten. Diese Regulierung hätte das gesamte Online-Marketing der Crowdfunding-Plattformen sprengen können, denn streng ausgelegt wären etwa Facebook-Aktionen oder Twitter-Werbung für Crowdinvesting-Start-ups quasi unmöglich geworden.

Auch das änderten die Politiker: So soll für Online-Schwarmfinanzierungen Werbung in allen Medien möglich bleiben. Nur der geplante Warnhinweis bleibt bestehen – bei Twitter etwa soll er aber über einen entsprechenden Link eingebunden werden können. Ein eindeutiges Plus sagt Sabine Drotbohm vom deutschen Crowdinvesting-Portal Seedmatch:„Crowdfunding funktioniert nur, wenn man seine Crowd auch ansprechen und auf sein Funding aufmerksam machen kann. Dies geschieht nun einmal bei einem Internet-Phänomen wie dem Crowdfunding auch entsprechend über Online-Kanäle. An dieser Stelle ein Verbot auszusprechen, hätte der Branche sehr große Steine in den Weg gelegt.“ Auch die Deutsche Mikroinvest befürwortet die veränderte Regelung.

Klicken statt unterschreiben

Ein ähnlich praktisches und realitätsnahes Entgegenkommen für die Crowdfunding-Branche zeigt sich beim Vermögensanlagen-Informationsblatt (VIB): Dieses wird dann notwendig, wenn ein Anleger mehr als 250 Euro investiert – beim Crowdfunding keine Seltenheit. Nach den ursprünglichen Plänen sollte das Papier vom Anleger unterschrieben an den Kampagnenstarter gesendet werden, damit die Anlage rechtsgültig würde – eine altmodische und umständliche Methode.