Die Immobilienbranche tastet sich an vielen Stellen vorsichtig an die Digitalisierung heran. Das Berliner Start-up will die Gräben mit einer Personalie überbrücken.

Aus dem Beirat in das operative Geschäft: Das Proptech-Portal McMakler verstärkt die Führungsspitze und den Gesellschafterkreis mit Axel Kloth – der im Vorfeld für verschiedene Immobilienunternehmen und auch als Vizepräsident des Immobilienverbands Deutschland aktiv war. Kloth soll die Bereiche Qualitätssicherung, Ausbildung und strategische Expansion verantworten.

Nach Angaben von Gründer und Geschäftsführer Hanno Heintzenberg soll Kloth auch als „Vermittler und Brückenbauer zwischen den beiden Kulturen“ dienen. Man erhalte mit Kloth „zusätzliche Kontakte, die sonst vielleicht wegen Vorurteilen nicht zustande gekommen wären“, sagt Heintzenberg gegenüber WiWo Gründer.

Denn in der traditionell konservativeren Immobilienbranche sind an vielen Stellen die Gräben zwischen neuen digitalen Angreifern und etablierten Unternehmen groß. „Viele analoge Anbieter haben mit Verunsicherung und auch Wut auf etwas reagiert, das sie nicht einschätzen konnten, da ihnen die Themen Digitalisierung und auch die Gründerwelt inklusive Millionenfinanzierungen unbekannt waren“, sagt Heintzenberg. „Ein Graben zwischen Analog und Digital war also sicher das Unverständnis für die andere Seite.“

Investoren entdecken Immobilien-Start-ups

In den vergangenen Monaten haben Investoren jedoch ein immer größeres Interesse an Start-ups aus diesem Bereich gezeigt: Die deutsch-schweizerische Immobilienplattform Allthings erhielt im Sommer 2,3 Millionen Euro, 3,5 Millionen Euro gab es für Doozer, die Handwerker und Wohnungswirtschaft zusammenführen wollen und der Immobilienfinanzierer Berlin Hyp führte kürzlich die Finanzierungsrunde für Brickvest an.

Den Weg zu einer harmonischeren Zusammenarbeit will auch die im Sommer gegründete Fachgruppe Proptech des Bundesverbands Deutscher Start-ups ebnen. Neben 30 jungen Unternehmen soll dort auch der Kontakt zu tradierten Branchenvertretern gesucht werden.

McMakler, das selbst im Mai 16 Millionen Euro einsammeln konnte, ist unterdessen weiter auf Wachstumskurs. Das Transaktionsvolumen, welches über die Seite abgewickelt wurde, ist nach Informationen von WiWo Gründer seit Mai von 50 auf 75 Millionen Euro gestiegen. Die Mitarbeiterzahl ist seitdem von 200 auf 250 Teammitglieder gewachsen – und angebaut haben die Immobilienvermittler auch: Die Quadratmeterzahl in der Berliner Zentrale hat sich vervierfacht.