Das Berliner Medizintechnik-Unternehmen steht nach jahrelanger Forschung kurz vor dem Marktstart. Das Verfahren basiert auf Lasertechnik.

Nicht-invasiv, schmerzfrei und einfach anzuwenden: Mit einem patentierten Verfahren zur Hautkrebserkennung will das Start-up Magnosco durchstarten. Für den Markteintritt im kommenden Jahr hat das in Berlin ansässige Unternehmen nach eigenen Angaben nun eine Finanzierungsrunde über mehr als zwei Millionen Euro abgeschlossen.

Namentlich nennen will das Start-up die Geldgeber nicht. Diesen sei Anonymität zugesichert worden, sagte Inga Bergen, seit Mai Geschäftsführerin von Magnosco, im Gespräch mit WirtschaftsWoche Gründer. „Unsere Investoren bestehen aus einem geschlossenen Kreis von Unternehmern, die vorwiegend gemeinsam weltweit investieren.“ Auf kassische Venture-Capital-Firmen als Investoren habe man sich in den ersten beiden Runden nicht konzentriert.  Vor drei Jahren hatte das Medizintechnik-Unternehmen bereits 3,5 Millionen Euro eingeworben.

Entstanden ist Magnosco 2014 als Ausgründung des Mittelständlers LTB Lasertechnik Berlin. Wissenschaftler des Unternehmens hatten das Verfahren zur Früherkennung von schwarzem Hautkrebs entwickelt: Infrarot-Laserlicht regen das Hautpigment Melanin zum „Leuchten“ an. Die Fluoreszenz macht so die molekulare Struktur von schwarzem Hautkrebs frühzeitig erkennbar. Die Forscher sprechen von einem „universellen Fingerabdruck“. Eine Hautprobe muss dafür nicht entnommen werden.

Zulassung erhalten

Magnosco steht rechtlich und finanziell seit der Gründung auf eigenen Beinen, betont Bergen. Die Wirksamkeit des bereits patentierten Verfahren sei seither in klinischen Prüfungen nachgewiesen worden. Ein weiterer Meilenstein in diesem Jahr: Das Gerät DermaFC erhielt eine CE-Zertifizierung als Medizinprodukt. Ab Januar soll das Verfahren erstmals in drei Arztpraxen und Dermatologiezentren zur Unterstützung der Diagnistik eingesetzt werden.

Das Wachstumskapital soll nun genutzt werden, das Gerät weiterzuentwickeln, den Vertrieb aufzubauen und weitere klinische Studien zu starten. Aktuell beschäftigt Magnosco zwölf Mitarbeiter. Absehbar ist schon jetzt: Nötig sei auf mittlere Sicht eine weitere Finanzierungsrunde, so Bergen – zumal eine Klärung der Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenkassen noch aussteht.

Kapitalintensives Geschäft

Nach Einschätzung von Bergen sieht sich Magnosco damit Herausforderungen gegenüber, die für Medizintechnik-Start-ups typisch sind. „Gegenüber reinen Softwarelösungen sind höhere Anfangsinvestitionen nötig“, sagt Bergen. Die Managerin war bis Ende 2016 Geschäftsführerin des zu Bertelsmann gehörenden Unternehmens Welldoo, das Gesundheitsapps für Krankenkassen und Pharmaunternehmen entwickelt.

Geld verdienen wolle Magnosco perspektivisch über ein Lizenzmodell, erklärt Bergen. Ärzte beziehungsweise Krankenkassen würden also pro Nutzung zahlen. Die Ergebnisse sollen dank des Einsatzes künstlicher Intelligenz jeweils kurz nach der Messung verfügbar sein: Die Krebswahrscheinlichkeit wird auf einer Skala ausgegeben – daraus leitet sich ab, ob weitere Untersuchungen empfehlenswert sind.