Razzia bei der Dating-App Lovoo. Bislang ist nicht klar, ob der Einsatz mit Betrugsvorwürfen um Fakeprofile im Zusammenhang steht.

Gegen neun Uhr hat ein Sondereinsatz-Kommando der Polizei in Dresden die Firmenzentrale von Lovoo gestürmt. Die beiden Geschäftsführer wurden festgenommen. Das sächsische Landeskriminalamt bestätigte einen Einsatz, nannte aber zunächst keine Einzelheiten.

Hintergrund sind wohl die Fake-Profilvorwürfe gegen die Flirtapp. Schon seit Monaten wird vermutet, dass männliche Nutzer durch Profile von meist gutaussehenden Frauen zu kostenpflichtigen Aktionen verleitet werden, die Fachzeitschrift „c’t“ hatte ausführlich darüber berichtet. Über das Jahr gerechnet, soll so ein Schaden von mehr als einer Million Euro zusammenkommen sein. IT-Anwalt Peter Hense bezeichnet Fake-Profile als „virtuelles Pendant zu Heiratsschwindlern“.

Die Anschuldigungen „beruhen auf zweifelhaften Dokumenten und Daten, die dem Magazin anonym zugespielt“ worden seien, erklärte eine Firmen-Sprecherin damals. Nach Unternehmensangaben nutzen die App des Dresdner Unternehmens, die es für Android und iOS gibt, monatlich weltweit rund fünf Millionen Menschen.