Runde zwei in der neuen Staffel des Start-up-Zirkus bei Vox: Wir haben mitgeguckt – und Reaktionen aus dem Netz gesammelt.

19.45 Uhr: Na, das war doch vergangene Woche ein emotionaler Staffelstart. Vox hat es wieder gute Quoten beschert. Ob das erneut gelingt? Die große Konkurrenz heute ist wohl nicht “Um Himmels Willen” (ARD) oder “Die Simpsons” (ProSieben), sondern Apple.com. Schließlich zaubert Tim Cook heute neue iPhones aus dem Hut – aktuell läuft der Livestream noch. Die Spannung ist auch in Löwen-Kreisen groß.

20.00 Uhr: Algen-Drinks, digitale Abschlepphilfe und ein Luftpumpensack – das ist eine bunte Mischung heute. Insgesamt steigen wieder fünf Start-ups in die Arena. Unser Kurzüberblick steht hier.

20.05 Uhr: Zeit, langsam die Fernsehbrille rauszukramen, auf der Fernbedienung die Taste für Vox zu suchen und es sich gemütlich zu machen. Das iPhone ist doch eh überbewertet, oder?

20.15 Uhr: Der Löwe brüllt, die Show startet. Prognose: Es wird weniger rührseelig als beim letzten Mal, dafür aber deutlich unterhaltsamer.

20.22 Uhr: Den Anfang im Start-up Stadion machen vier Fußballer. Michael Schweizer (29), Nicolo Incorvaia (31), Kai Hörsting (32) und Michael Schreiner (33) treten mit Teamwallet an. Die Online-Plattform, zu der auch Smartphone-Apps gehören, ist als digitale Mannschaftskasse gedacht. Verpasste Chancen kosten in der Mannschaft Geld. Apropos Geld: Die Gründer erhoffen sich 75.000 Euro gegen zehn Prozent der Geschäftsanteile. Skepsis bei Twitter.

20.30 Uhr: Von der Bezirksliga in den Start-up-Himmel? Dagmar Wöhrl outet sich schon mal als Fußball-Fan. Wäre da nicht die lästige Notwendigkeit für ein “Alleinstellungsmerkmal”. Aber bei einer App bietet sich eigentlich Frank Thelen an, oder? Nun ja, der nennt es “einen brutal schwierigen Markt.”

20.34 Uhr: Wirklich durchdacht wirkten die Ideen für eine Monetarisierung der App noch nicht. Thelen ist aus einem anderen Grund raus: Er fürchtet, er kann mit niemandem im Gründerteam über die Programmiersprache Swift sprechen. Ralf Dümmel, Dagmar Wöhrl und Judith Williams kneifen auch. Was macht Carsten Maschmeyer? “Großartige Gründer” sagt er, aber ihm ist die Nische zu klein. Und nun?

20.37 Uhr: Also doch: Frank Thelen kann die Finger nicht von der App lassen. Er setzt einen höheren Firmenanteil durch (30 Prozent) – die Gründer schlagen zu!

20.42 Uhr: In der aktuellen Sendung gibt es ein Update von Littlelunch, einen Rückblick auf die Zeit nach der alten Sendung gibt es hier. Merke: “Suppe ist ein Traum an Skalierbarkeit.”

20.45 Uhr: Als nächstes in der Fernseh-Höhle: Janusz Hermann (37) und Jenny Fischer (36). Sie treten mit einer Pflegeserie für tätowierte Haut an. Ihr Vorschlag an die Investoren: Zehn Prozent der Unternehmensanteile gegen 300.000 Euro. Im Portfolio hat das in Stuttgart ansässige Start-up Tattoomed unter anderem Cremes, die nach dem Stechen bei der Regeneration der Haut helfen und das Tattoo vor dem Verblassen bewahren sollen.

20.50 Uhr: Okay, wer mit dem Gedanken gespielt hat, sich ein Tattoo stechen zu lassen, dürfte nach den Ausführungen abgeschreckt sein. Jetzt erstmal Werbung.

21.00 Uhr: Judith Williams und Dagmar Wöhrl wirken interessiert. Die Herren in der Runde weniger. Nagut, Ralf Dümmel macht sich fleißig Notizen.

21.10 Uhr: Dümmel klappt das Notizbuch zu. Wöhrl sieht (wie so oft) keinen Business-Case für sich. Thelen machen die Gesellschafter-Anteile skeptisch – wurde die Ideengeberin von ihrem Ex-Freund übervorteilt? Da ist der Löwe raus. Maschmeyer und Williams reiten auch auf den Anteilen herum. Sie investieren ebenfalls nicht.

21.12 Uhr: Schwimmtiere oder Luftmatratzen aufzublasen, ist Erholungsurlaubern kaum zuzumuten – finden jedenfalls Jens Thiel (47) und Lucas Richter (33). Das Duo hat deswegen Fluxbag entwickelt. Das Teil erinnert optisch an einen wasserdichten Packsack. Die Gründer aus Leipzig versprechen: Mit wenigen Atemzügen lassen sich im Fluxbag 150 Liter Luft erzeugen, der damit als Luftpumpe genutzt werden kann. Heiße Luft oder gute Idee?

21.25 Uhr: Thelen senkt den Daumen, Wöhrl ebenfalls. Ist das etwas für die Homeshopping-Queen? Judith Williams vermisst einen Patentschutz – auch raus. Der Gründer berichtet von einer schweren Zeit in seinem Leben, die Löwen sind gerührt. Maschmeyer ist die Bewertung aber hoch. Bleibt noch Ralf Dümmel. Auflösung nach der Pause.

21.35 Uhr: Rettet Ralf Dümmel den Fluxbag? “Geile Idee” sagt er. Aber die Firmenbewertung passt ihm nicht – er verlangt ein neues Angebot. Die Gründer bieten nun für 130.000 Euro 20 statt zehn Prozent der Firmenanteile. Er will aber 25 Prozent. Deal!

 

21.41 Uhr: Next: Eine digitale Alternative zum Pannenschutz von Automobilclubs haben Santosh Satschdeva (31) und Frank Heck (44) aus Köln auf den Weg gebracht. Mit ihrer MySchleppApp können Nutzer zu einem festgelegten Preis einen seriösen Abschleppdienst in der Nähe finden können. Die Gründer erhoffen sich eine finanzielle Unterstützung von 100.000 Euro und bieten dafür zehn Prozent ihrer Firma.

21.50 Uhr: Sympathisch kommen sie rüber, diese App-Schlepper. Und der Name lädt ja auch wirklich zu Wortspielen ein.

21.57 Uhr: Judith Williams behauptet, schön öfter als zwei Mal abgeschleppt worden zu sein. Mit dem Auto. Tanken vergessen. Die Gründer behaupten: Sie können schneller abschleppen als der ADAC, Williams ist aus dem Häuschen – ihr fehle aber die Expertise, sagt sie.

22.05 Uhr: Dümmel raus, Wöhrl auch: Beide behaupten, nicht die Richtigen zu sein. Frank Thelen gefällt der App-Gedanke, die Gründer haben ihre Hausaufgaben gemacht. “Das skaliert schnell” behaupten sie, der Digitalunternehmer rechnet. 25 Prozent verlangt er nun – für 100.000 Euro. Maschmeyer zeigt sich auch interessiert, er bietet für denselben Anteil 125.000 Euro. Thelen zieht gleich. Und es gibt gleich noch ein drittes Angebot: Zusammen bieten Maschmeyer und Thelen 150.000 Euro gegen 40 Prozent der Anteile.

22.15 Uhr: Nach der gefühlt fünften Werbepause in diesem Pitch geht es endlich weiter – die Gründer haben sich für Carsten Maschmeyer entschieden. “Vollends zufrieden” seien sie, sagen sie. Und Frank Thelen freut sich irgendwie auch. Ist ja eine sinnvolle App.

22.17 Uhr: Jetzt gibt es ein Update zum Dirndl-Start-up Limberry. Die Bilanz nach der Sendung: “Wir konnten unseren Umsatz verdoppeln”. Wie schwierig die Anfangsphase des Unternehmens war, ist hier nachzulesen.

22.25 Uhr: Jetzt versuchen Anneliese Niederl-Schmiedinger (40), Renate Steger (34) und Ute Petritsch (43) ihr Glück. Das Gründertrio aus Österreich macht in Algen. Mit “Helga” haben aus Versehen ein neues Erfrischungsgetränk entwickelt – eigentlich wollten sie Biokraftstoffe herstellen. Schmeckt das den Investoren? Die Gründerinnen wollen 375.000 Euro einwerben und bieten dafür 15 Prozent der Firmenanteile.

22.30 Uhr: Die Geschmäcker der Löwen gehen auseinander. “Gesund” wirke der Drink, sagen sie. Dann geht es schnell um Zahlen: Drei Euro kostet eine Flasche im Verkauf, bei der Herstellung unter 50 Cent. Algenexpertin Williams findet das gerechtfertigt – produziert wird in Deutschland, nicht in China.

22.35 Uhr: Frank Thelen steigt aus, auch weil ihm die Bewertung wieder einmal zu hoch ist. Maschmeyer geht es ähnlich – ebenfalls raus. Ob Judith Williams investiert? Man erfährt es irgendwann nach einer Werbepause. Dieser oder der nächsten.

22.45 Uhr: “Alge ist nicht jedermanns Sache”, heißt es aus dem Off. Die Unternehmensbewertung offenbar auch nicht. Williams mag deswegen nicht investieren. Dümmel bietet 375.000 Euro gegen 23 Prozent der Anteile. Der Deal steht! Na dann, Prost!

22.55 Uhr: Bilanz der Folge:

  • Frank Thelen investiert in die digitale Mannschaftskasse Teamwallet
  • Tattoomed fällt bei den Löwen durch
  • Ralf Dümmel wird Anteilseigner von Fluxbag (Luftpumpensäcke) und Helga (Algen-Drinks)
  • Carsten Maschmeyer steigt bei der MySchleppApp ein

Kann sich doch sehen lassen. Was ist bei Apple unterdessen eigentlich losgewesen?