Das Elektro-Flugzeug von Lilium Aviation hat schon prominente Fans. Nun kommt Niklas Zennström dazu: Der Skype-Gründer investiert zehn Millionen Euro.

Wer den TV-Star und Investor Frank Thelen nach dem nächsten großen Ding fragt, bekommt seit Monaten immer die gleiche Antwort: Lilium Aviation. Das Münchner Start-up tüftelt an einem Elektro-Jet, der nicht nur den Flugverkehr verändern soll, sondern mittelfristig auch die Art, wie wir uns fortbewegen. „Wir wollen die Fliegerei aus der Ecke der Luftfahrtfreaks herausholen”, sagt Gründer Daniel Wiegand. Er versucht sein Fluggerät so zu denken, wie es Apple oder Tesla tun würden: Simple Nutzerführung mit einem Touchscreen, Joystick, Computersteuerung – und sonst nichts.

Mit der Idee hat Wiegand neben Thelen auch Niklas Zennström überzeugt. Der Skype-Erfinder steckt mit seinem Fonds Atomico zehn Millionen Euro in das Start-up und zieht in den Aufsichtsrat ein. „Lilium ist eine Technologie, die es einmal pro Generation gibt“, schwärmt Zennström. Das Unternehmen werde einen Beitrag leisten, um gleich mehrere Probleme zu lösen: verstopfte Städte, Zeitverluste beim Reisen und die Umweltverschmutzung, die Fliegen bisher verursacht. Eine ganze Reihe an Start-ups will den Traum vom Fliegen für jedermann endlich wahrmachen, Zennström ist davon überzeugt, dass es den Münchnern gelingt.

Testflug im nächsten Jahr

Der Lilium-Jet soll senkrecht starten können, die 36 Triebwerke werden elektrisch angetrieben und sollen ihn auf eine Geschwindigkeit von 300 Kilometer pro Stunde beschleunigen. „Wir planen eine Reichweite von 300 Kilometern“, sagt Wiegand. Damit soll man in einer Stunde von München nach Frankfurt kommen oder gar in einer Viertelstunde von San Francisco nach Palo Alto. Allerdings musste Lilium hier von seinen früheren Plänen abrücken, noch vor einem halben Jahr plante das Start-up mit 500 Kilometern.

Im ersten Quartal des kommenden Jahres soll der nun entwickelte Prototyp zum ersten Mal tatsächlich abheben. Allerdings wird Wiegand nicht mitfliegen – getestet wird zunächst unbemannt. Und bis wir dann tatsächlich mit dem Lilium-Jet zur Arbeit oder Terminen fliegen können, braucht es noch einige Zeit. „Es wird noch mehrere Jahre dauern, bis wir auf dem Markt sind“, sagt Wiegand.