Was haben Elon Musk und Frank Thelen gemeinsam? Beide hoffen auf neuartige Elektrojets, Thelen setzt dabei auf ein Start-up aus Bayern.

Aufmerksame Zuschauer von „Die Höhle der Löwen“ wissen, dass Frank Thelen ein Faible für ausgefallene Fluggeräte hat. So begeisterte ihn das Start-up Toby Rich – auch wenn der Deal am Ende nicht zu Stande kam.

Inzwischen hat sich Thelen noch an einem Start-up beteiligt, dass viel weiter geht, als attraktive Spielzeugflieger mit Smartphonesteuerung zu bauen. Lilium Aviation aus Gilching bei München tüftelt an einem senkrecht startenden Elektrojet, den man zudem als Auto nutzen kann. Mit 15 Prozent hat sich Thelens e42 an dem Start-up beteiligt. Auch „Wunderkind“ Christian Reber ist ein Fan das Start-ups, via Twitter warb er um Ingenieure und Produkt Designer für das Team.

Lilium ist nicht das einzige Unternehmen, das derzeit an neuartigen Fluggeräten arbeitet. Vom Flugauto bis zur bemannten Drohnen: Mit Aeromobile, Terrafugia, Carplane oder Ehang gibt es derzeit so viele Projekte in diesem Bereich, wie noch nie. Auch Elon Musk hat sich in letzter Zeit mehrfach dazu geäußert, dass er über ein vertikal startendes Elektroflugzeug nachdenkt.

Die vier Lilium-Gründer haben sich beim Studium der Luft- und Raumfahrttechnik an der TU München kennen gelernt. Doch statt zu Airbus & Co. zu gehen, verfolgen sie ihre eigene Vision: Ein Flugauto für Jedermann. Dazu inspiriert hat sie der Science-Fiction-Klassiker “Das fünfte Element”, in dem Bruce Willis einen Flugtaxipiloten spielt.

“Wir wollen die Fliegerei aus der Ecke der Luftfahrtfreaks herausholen”, sagt Wiegand. Er versucht das Flugauto so zu denken, wie es Apple oder Tesla tun würden: Simple Nutzerführung mit einem Touchscreen, Joystick, Computersteuerung und sonst nichts.

Der Lilium Elektro-Jet soll senkrecht starten

Der Lilium-Jet soll senkrecht starten, damit könnte man im eigenen Garten abheben. Theoretisch geht das heute zwar auch schon mit Hubschraubern, doch auch wer sich einen leisten kann, bekommt wegen der Lautstärke dafür oft keine Erlaubnis. Wiegands Flugzeug ist elektrisch betrieben und soll damit leiser und umweltfreundlicher sein. Zudem soll Lilium eben auch als Auto funktionieren, damit die Nutzer einfach aus der Garage zum nächsten Startplatz fahren können.

Mit bis zu 400 km/h soll der Lilium-Jet dann 500 Kilometer weit fliegen. Wie die Gründer das Problem von Gewicht und Reichweite lösen wollen und andere technische Details, verraten sie derzeit noch nicht. Der Prototyp soll im Sommer präsentiert werden. Interessenten können schon jetzt einen Lilium-Jet vorbestellen. 5000 Euro kostet die Reservierung und wird dann später auf den Kaufpreis von schätzungsweise 300 000 Euro angerechnet.

Und wann wird die Vision Wirklichkeit? Wenn es nach Wiegand geht, in 664 Tagen, 9 Stunden, 53 Minuten und 50 Sekunden – der Countdown zur Markteinführung läuft auf der Website.

Einen Überblick über die verschiedenen Flug-Start-ups gibt es in der aktuellen WirtschaftsWoche.