Erleichterung für Menschen mit Dauersausen im Ohr versprechen die drei jungen Gründer von Sonormed mit einem neuen Musikprogramm.

Im März wollen Adrian Nötzel, Matthias Lanz und Jörg Land (von links) ihr Startup Sonormed auf der Kreativmesse SXSW im texanischen Austin präsentieren. Die Hamburger Gründer haben eine Software für Menschen entwickelt, die an der Krankheit Tinnitus leiden und störende Ohrengeräusche hören.

Die Idee: Die Patienten sollen über Monate ihrer Lieblingsmusik lauschen. „Die setzt positive Emotionen frei“, sagt Land. Mit Tinnitracks haben Ingenieur Nötzel, Informatiker Lanz und Betriebswirt Land ein Verfahren entwickelt, um zunächst die individuelle Tinnitus-Frequenz jedes Patienten zu bestimmen und dann aus der Musik herauszufiltern. Die Überaktivität der Tinnitus-Zellen wird so heruntergefahren, das Gehirn gewöhnt sich um, der störende Ton wird leiser. Einige 100 Kunden konnte Sonormed bereits gewinnen, in diesem Jahr sollen es 1000 werden. 539 Euro kostet die Jahreslizenz; Krankenkassen erstatten die Kosten eher nicht.

Die wissenschaftlichen Grundlagen wurden an der Universität Münster entwickelt, eine größere Studie ist in Arbeit. Die Deutsche Tinnitus-Liga, eine Selbsthilfeorganisation, gibt sich daher noch zurückhaltend. In der Industrie stößt das Konzept aber auf Interesse. So kooperiert Sonormed mit Sennheiser; das Unternehmen bietet Kopfhörer an, die mit der Tinnitracks-Musik genau abgestimmt sind.