Wissenschaftler der Charité verknüpfen Daten mit neuer Softwarelösung. Das Berliner Start-up gewinnt damit den zweiten renommierten Großkunden innerhalb weniger Monate.

Labordaten aus Diagnose-Geräten, Computern, Tablets: All das will die Software-Plattform von Labfolder miteinander verknüpfen, damit Wissenschaftler medizinische Daten leichter und übersichtlicher verwalten können. An vielen Stellen ersetzt es ein klassisches papiergebundenes Laborbuch, mit dem Forscher heute noch arbeiten. In den nächsten Wochen könnten bis zu 4000 neue Nutzer auf die elektronische Plattform dazu stoßen: Das Start-up hat das Berliner Institut für Gesundheitsforschung als neuen Lizenznehmer gewonnen.

„Diese Lizenzvereinbarung mit einer besonderen Wissenschaftseinrichtung in Berlin ist ein wichtiger Meilenstein in der Entwicklung unseres Unternehmens”, sagt Simon Bungers, CEO von Labfolder. Zu dem Berliner Institut für Gesundheitsforschung, das zu Prognoseverfahren und Therapien bei rasch fortschreitenden Krankheiten forscht, gehören die Charité-Universitätsmedizin Berlin und das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft.

Der Einsatz der Software soll unter anderem den Austausch zwischen den beteiligten Forschungsreinrichtungen verbessern. „Elektronische Laborbücher sind unsere erste wichtige Maßnahme zur Erhöhung der Forschungsqualität. Sie erhöhen vor allem die Dokumentationsqualität und ‐sicherheit und damit Reproduzierbarkeit von Forschungsergebnissen”, sagt Professor Ulrich Dirnagl, Leiter der Experimentellen Neurologie der Charité.

Das 2013 von Molekularbiologe Bungers und Biophysiker Florian Hauer gegründete Start-up kann damit innerhalb weniger Monate den zweiten renommierten Großkunden vermelden. Seit Oktober 2016 hat die Max-Planck-Gesellschaft die Software-Lösung lizensiert und damit etwa 11.000 Forschern die Plattform zugänglich gemacht. Zu den Investoren von Labfolder gehören unter anderem Peppermint Ventures, die IBB Beteiligungsgesellschaft, Vogel Ventures und mehrere Business Angels.