Eine hessische Förderbank schließt sich einem groß aufgelegten Fonds des Nachbar-Bundeslandes an. So sollen Start-ups in der gesamten Wirtschaftsregion unterstützt werden können.

Frankfurt hat die Banken, Mannheim die Chemie vor der Tür und Walldorf den IT-Giganten SAP: In dieser gesamten Region gibt es viele Anknüpfungspunkte für Start-ups, die für und mit Großkonzernen Geschäfte machen wollen. Staatliche Unterstützung endete dagegen in der Regel an den Grenzen der Bundesländer.

Das soll nun zumindest aufgebrochen werden: In dieser Woche hat das staatliche Förderinstitut Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen (WIBank) angekündigt, sich mit bis zu drei Millionen Euro an einem Start-up-Fonds zu beteiligen, der vom Nachbarland Baden-Württemberg aufgelegt wurde.

Im vor knapp einem Jahr gestarteten Fonds Lea Ventures sollen bis zu 50 Millionen Euro zusammenkommen, die innerhalb von fünf Jahren in junge Technologiefirmen investiert werden sollen. Der Ankerinvestor des Fonds ist die baden-württembergische Förderbank L-Bank. Daneben sollen auch das Land Baden-Württemberg selbst sowie private Investoren Geld dazu steuern.

Wettbewerb der Länder

Eine solche grenzüberschreitende Kooperation sei einmalig, konstatiert die Vorsitzende des Verwaltungsrates der L-Bank und Finanzministerin des Landes Baden-Württemberg, Edith Sitzmann: „Zur Förderung der Wirtschaft denken und handeln wir in neuen Kategorien. Denn Innovation und Gründergeist machen nicht an Landesgrenzen Halt.”

Im vergangenen Jahr hatten die verschiedenen Bundesländer es eher darauf angelegt, die Förderung für Start-ups innerhalb der eigenen Landesgrenzen hochzuschrauben. Dazu gehören etwa Initiativen wie das angekündigte Gründerstipendium des Landes NRW oder erhöhte Fördertöpfe in Niedersachsen oder Bayern. Auch Hessen selbst hatte kürzlich noch mehr Geld und mehr Unterstützung für den Fintech-Standort Frankfurt am Main angekündigt.

Der Fonds spezialisiert sich auf Anschubfinanzierungen und erste Wachstumsfinanzierungen für Start-ups: Nach eigenen Angaben werden im ersten Schritt je Beteiligung zwischen 250.000 Euro und fünf Millionen Euro investiert, ein Nachschlag soll möglich sein.

Im aktuellen Portfolio der Betreibergesellschaft Lea Partners befinden sich aktuell etwa das Künstliche-Intelligenz-Start-up Understand.ai aus Karlsruhe, welches Anfang des Jahres gut zwei Millionen Euro Kapital verbuchen konnte. Etwas weiter in der Entwicklung ist das 2013 gegründete Sevdesk aus Offenburg, das im vergangenen Jahr gut drei Millionen Euro erhielt.