Gründer müssen zahlreiche juristische Kniffe kennen. Was es bei der Kündigung von Arbeitsverhältnissen zu beachten gibt, erklärt Andreas Bietmann.

Mittwoch ist Kolumnentag bei WirtschaftsWoche Gründer: Heute schreibt Andreas Bietmann, Partner der Wirtschaftssozietät Bietmann Rechtsanwälte Wirtschaftsprüfer Steuerberater in Köln.

Für einen Arbeitsvertrag genügt bereits eine mündliche Absprache oder die tatsächliche Arbeitsaufnahme – es sei denn, es geht um befristete Arbeitsverhältnisse: Hier bedarf es zwingend der handschriftlichen Unterzeichnung eines Vertrages, und zwar vor Arbeitsaufnahme.

Heißt im Umkehrschluss: Wer dies nicht beachtet, begründet ein unbefristetes Arbeitsverhältnis.

Will sich ein Arbeitgeber von einem Arbeitnehmer trennen, muss er immer mit der Erhebung einer Kündigungsschutzklage rechnen. Um das Risiko einer unwirksamen Kündigung zu reduzieren müssen wichtige Grundregeln beachtet werden.

Schriftlich kündigen: Anders als die Begründung des Arbeitsverhältnisses muss die Beendigung immer schriftlich erfolgen. Ohne schriftliche Kündigung oder einen schriftlichen Auflösungsvertrag besteht das Arbeitsverhältnis unverändert fort.

Fristen prüfen: Soll eine Kündigung ausgebracht werden, spielen Fristen eine beachtliche Rolle. Eine fristlose Kündigung beendet das Arbeitsverhältnis am Tag des Zugangs der Kündigung beim Arbeitnehmer. Für diesen Härtefall braucht es einen wichtigen Grund, etwa schwere und/oder wiederholte Pflichtverstöße des Arbeitnehmers. Ferner muss die fristlose Kündigung binnen zwei Wochen ab Kenntniserlangung vom Pflichtverstoß durch den Arbeitgeber ausgesprochen werden und dem Arbeitnehmer auch zugehen. Schnelles Handeln ist unerlässlich.