Start-ups, die bislang noch gar nichts unternommen haben, werden die DS-GVO kaum noch fristgerecht umsetzen können. Doch für diese gilt ebenso wie für alle, die bislang erst einige Schritte weit gekommen sind: Wenig ist besser als nichts. Wer bei einer Prüfung vorweisen kann, dass er sich zwar spät, aber dann mit Hochdruck an die DS-GVO-Umsetzung gemacht hat, wird sicherlich eher mit einer Ermahnung statt einer empfindlichen Strafe davonkommen als jemand, der jetzt den Kopf in den Sand steckt. Einen ersten Überblick über die anstehenden Änderungen gibt auch dieses Video.

Die vier wichtigsten Schritte, die jedes Start-up angehen sollte

Sofortige Bestandsaufnahme: Wo werden welche Daten in meinem Unternehmen erfasst?

Änderungsbedarf durch die DS-GVO identifizieren: Wo muss ich z.B. Einwilligungserklärungen meiner Kunden einholen oder kann ich externe Dienstleister weiter nutzen?

Neue Konzepte der DS-GVO implementieren: Unternehmen müssen eine Datenschutz-Folgenabschätzung vornehmen und betroffene Personen – wie Kunden – dürfen künftig ihre Daten von meinem Unternehmen zu einem anderen übertragen lassen.

Im Zweifelsfall: Externe Hilfe holen. Für den Einstieg in die DS-GVO gibt es zum Beispiel einfache „Fragen und Antworten“ (FAQ), die einen ersten Überblick über die Veränderungen zur heutigen Rechtslage geben.

Aufsichtsbehörden sollten mit Augenmaß vorgehen

Auch wenn kurz vor einem solchen Stichtag die Sorgen und die Kritik überwiegen: Grundsätzlich kann ein einheitliches Datenschutzrecht innerhalb der EU auch ein Vorteil gerade für kleinere Unternehmen sein, etwa für Start-ups die ihre Dienste nicht nur in einem Mitgliedstaat wie Deutschland anbieten wollen. Bislang musste neben Sprachunterschieden auch ein oftmals sehr unterschiedliches Datenschutzrecht berücksichtigt werden.

Wichtig wird in den kommenden Monaten aber sein, dass die Aufsichtsbehörden mit Augenmaß vorgehen und den hohen Aufwand für die Verantwortlichen in den Unternehmen und die Rechtsunsicherheit berücksichtigen. Viele Details der DS-GVO sind in ihrer Anwendung noch oder allgemein unklar und vermutlich werden – leider wie so oft – auch erst einige Gerichtsurteile ergehen müssen, bis hier Klarheit herrscht. Bei der Auslegung und Anwendung des Rechts ist es unerlässlich, dass die die Ministerien auf Bundes- und Landesebene sowie die Aufsichtsbehörden die Unternehmen unterstützen. Wir brauchen schnell konstruktive, handhabbare und vor allem praxisnahe Beispiele, wie die neuen Vorschriften konkret umgesetzt werden können. Die kann etwa durch Musterverträge oder verbindliche Leitfäden geschehen, die Start-ups erklären, was sie genau tun dürfen – anstatt immer nur deutlich zu machen, was alles untersagt ist.