Alles nur Zukunftsmusik? Keineswegs. Eine ganze Reihe von bekannten und noch weniger bekannten Anbietern stehen in den Startlöchern, um den Markt aufzurollen: So soll in wenigen Wochen der BerlKönig durch die Straßen ausgewählter Berliner Bezirke fahren. Der von den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) gemeinsam mit ViaVan angebotene Pooling-Service bietet On-Demand-Public-Transport im Zentrum Berlins. Nutzer können sich per App ein Shuttle zur nächsten Straßenecke bestellen. Während der Fahrt werden anders als etwa beim Taxi aber weitere Fahrgäste mitgenommen. Die BVG arbeitet dazu mit ViaVan zusammen, einem Joint Venture von Mercedes-Benz Vans und dem US-amerikanischen Startup VIA Transportation.

Spannende Start-ups stehen in den Startlöchern

Für die Technologie hätte die BVG aber gar nicht unbedingt außerhalb der Stadtgrenzen suchen müssen: Auf den Straßen Berlins, Duisburgs und im bayerischen Landkreis Freyung-Grafenau ist das bereits 2012 gegründet Berliner Start-up door2door unterwegs. Mit seinem Allygatorshuttle (Berlin) und im Auftrag der Duisburger Verkehrsgesellschaft mit dem myBus konnten bereits wertvolle Erfahrungen gesammelt werden. Das junge Berliner Team sieht sich als Partner des ÖPNV, nicht als Konkurrenz. Es bietet Verkehrsunternehmen Ridesharing-Lösungen an, die deren Transportangebote ergänzen. So kann man spät nachts in der Stadt oder in ländlichen Regionen auch außerhalb der oftmals aus Kostengründen eher dünnen Fahrplänen on demand von A nach B kommen.

Ebenfalls ein “alter” Bekannter ist Wunder. Das Hamburger Start-up, das im Ausland bereits beachtlich gewachsen ist, kommt zurück nach Deutschland und will mitmischen. Wunder war unter dem Namen Wundercar bis 2014 mit einer Plattform für privates Ridesharing in Deutschland aktiv und will zukünftig Gemeinden, Verkehrsunternehmen und Automobilherstellern eine Ridepooling-Plattform anbieten. Dazu laufen bereits seit Sommer 2017 Test mit eigenen Mitarbeitern Hamburg.

Auch nach Hamburg zieht es MOIA. MOIA gehört zum Volkswagen-Konzern und entwickelt Gesamtlösungen für Mobilität in der Stadt. Diese Lösungen integrieren unter anderem auch den ÖPNV und Sharing-Lösungen, wobei aktuell Ridepooling und Ridehailing im Mittelpunkt stehen. Umgesetzt werden die Angebote mit Fahrzeugen aus dem eigenen Konzern. Der Service soll laut MOIA CEO Ole Harms in etwa so teuer sein wie ein ÖPNV-Ticket. In Hannover läuft dazu ein Test mit 3.500 ausgewählten Nutzern und 20 VW T6-Bussen. Für 2018 plant MOIA in Hamburg den Start mit 200 eigens für den Service entwickelten vollelektrischen 6-Sitzer-Bussen, die eine Reichweite von bis zu 300 Kilometer haben sollen.