Das Textilreinigungs-Start-up sammelt einen Millionenbetrag von CWS-boco ein. Der neue strategische Investor will eng mit den Berlinern zusammenarbeiten.

Chauffeure für Schmutzwäsche: Das mittlerweile fünf Jahre alte Start-up Jonny Fresh, das eine Textilreinigung mit der Haustür-Abholung und -Lieferung verknüpft, kann jetzt den Einstieg eines strategischen Investors vermelden. Die deutsche international tätige Textilwäscherei CWS-boco beteiligt sich im Rahmen einer Kapitalerhöhung an dem Berliner Start-up.

Das Großunternehmen bringt dabei nach eigenen Angaben einen siebenstelligen Betrag mit. Jonny Fresh hatte im Rahmen der letzten Finanzierungsrunde vor gut einem Jahr mitgeteilt, nach einer weiteren sechsstelligen Finanzierung bis dahin über die gesamte Unternehmensdauer eine siebenstellige Finanzierung eingeworben zu haben.

Der neue Investor kommt daher nun nicht nur mit einer bedeutenden Summe an, sondern auch mit großen Plänen für die zukünftige Zusammenarbeit: Während CWS-boco sich schwerpunktmäßig auf große Geschäftskunden konzentriert, für die es Arbeitskleidung abholt, reinigt und lagert, hat sich Jonny Fresh auf Privatkunden ausgerichtet.

Neugier auf die App

Nun sollen CWS-boco-Kunden ihren Mitarbeitern diesen Wäscheservice mit anbieten können – das Unternehmen spricht von einem B2B2C-Geschäftsmodell. Neugierig ist das Unternehmen vor allem auf die App, die Kunden, Wäscherei und das Start-up miteinander verbindet. „Wir wollen von der Erfahrung der Internet-Plattform für Verbraucher profitieren und wiederum unser Know-how im Geschäftskunden-Markt bei Jonny Fresh einbringen“, sagt Daniel Willmes, verantwortlich für die Geschäftsfeldentwicklung bei CWS-boco, das im vergangenen Jahr aus einem Joint Venture entstand und mehrheitlich zum Haniel-Konzern gehört.

Umgekehrt erweitert sich durch den neuen Investor der Kundenzugang für Jonny Fresh mit einem Schlag deutlich: Bislang hatte das Start-up sich Schritt für Schritt in große deutsche Städte vorgearbeitet, in denen jeweils lokale Reinigungsunternehmen die eigentliche Wäsche übernahmen. CWS-boco bringt nach eigenen Angaben alleine in Deutschland 550.000 Lieferstellen mit. Man wolle den eigenen Kunden durch die neue Partnerschaft auch den Zugang zu Zusatzleistungen bieten, sagt Jonny-Fresh-Geschäftsführer Stefan Michaelis.

Übernahmen im Visier

Das Geld, was durch die neue Beteiligung in das Start-up fließt, soll dem Wachstum dienen. Dazu zählen zum einen der Ausbau des Teams, zum anderen eine weiterentwickelte Logistiklösung. Außerdem steht auch die Übernahmen lokaler Mitbewerber auf dem Plan: So will Jonny Fresh sich zukünftig schneller im deutschsprachigen Markt ausbreiten.

Mit einem ähnlich strategischen Vorstoß war im April Zipjet vorgeprescht, das zumindest auf dem Berliner Heimatmarkt mit einem Konkurrenzangebot unterwegs ist. Das Start-up, angeschoben mit Starthilfe von Rocket Internet, hatte ebenfalls eine Kapitalerhöhung in siebenstelliger Höhe verkündet – neben Henkel ist seitdem auch Haushaltsgerätehersteller BSH Home Appliances Group mit unter den Gesellschaftern.