Mit einer neuen Bild-Technologie will das Start-up die Diagnose von schweren Krankheiten erleichtern. Um das Verfahren weiterzuentwickeln, erhalten die Münchener frisches Kapital.

Diagnose ohne Operation: Um die Erkennung von Tumoren und chronisch entzündlichen Krankheiten zu vereinfachen, erhält iThera Medical in einer aktuellen Finanzierungsrunde sieben Millionen Euro von Investoren. Das Medizintechnikunternehmen aus München will mit dem Geld ein Verfahren zur sogenannten optoakustischen Bildgebung weiterentwickeln, teilt die Firma in einer Presseinformation mit.

Mit der neuen Methode könnten Ärzte in Zukunft schneller zu einer Diagnose kommen – ohne vorher per Operation eine Probe nehmen zu müssen. „Die lichtbasierte Technologie kann Medizinern helfen, wichtige Diagnosen einfacher und präziser zu stellen und somit Patienten belastende Eingriffe und den Gesundheitssystemen signifikante Kosten zu ersparen“, lässt sich der Geschäftsführer des Investors Fluxunit, Ulrich Eisele, zitieren.

Vereinfacht wandelt die Technologie des 2011 gegründeten Start-ups Licht in Schall um und erzeugt damit 3D-Bilder vom Gewebe des Patienten. Neu daran ist nach Firmenangaben, dass bei diesem Verfahren sichtbar wird, an welchen Stellen sich biologische Marker konzentrieren – wie der Blutfarbstoff Hämoglobin und bestimmte Fette. Daraus lasse sich auf Erkrankungen schließen.

Schub für den Wirtschaftsstandort Bayern

Finanzielle Unterstützung erhalten CEO Christian Wiest und Co-Geschäftsführer Philipp Bell von Fluxunit, dem Investmentarm des Beleuchtungsherstellers Osram. Der Lichtkonzern verdient selbst an Leuchten für die Medizin, etwa für die Mikroskopie. Außerdem stammt ein Teil des Wachstumskapitals vom Wachstumsfonds Bayern, der von der Venture-Capital-Gesellschaft des Freistaats, Bayern Kapital, verwaltet wird.

Der bayerische Wirtschaftsminister Franz Josef Pschierer betont die Bedeutung des Investments in iThera Medical für den Wirtschaftsstandort: „Das Unternehmen steht exemplarisch für erfolgreiches Unternehmertum in Bayern: Von einer Idee aus der Grundlagenforschung an der Universität bis hin zur Anwendung in einem hochrelevanten Markt.“ Zu den Altinvestoren gehören die BayBG Bayerische Beteiligungsgesellschaft und das sogenannte Family Office Extorel.

Starke Konkurrenz aus Berlin

Auf schmerzfreie Verfahren zur Erkennung von Krebs und anderen schweren Erkrankungen stürzen sich derzeit einige Start-ups deutschlandweit. Konkurrenz bekommt iThera Medical unter anderem von Magnosco aus Berlin. Das junge Medizintechnik-Unternehmen spezialisiert sich auf die Diagnose von Hautkrebs und hat damit erst im Dezember zwei Millionen Euro an frischem Kapital eingesammelt. Mit einem Schnelltest für gefährliche Keime hat das Freiburger Start-up Spin Diag vor einem Jahr Business Angels überzeugt, 1,6 Millionen Euro zu investieren. Und in der Fernsehshow „Die Höhle der Löwen“ haben sich jüngst die Gründer von Daisygrip präsentiert, die mit einem neuen Stauschlauch für mehr Hygiene bei der Blutentnahme sorgen wollen.