Kein Talent ist aktuell stärker gefragt als der IT-Sicherheitsspezialist – der Markt hingegen wie leergefegt. Wie Start-ups im Werben um die Experten mithalten. 

Von Jule Zentek

Alleine sind Start-ups wie IT-Seal oder Perseus mit ihrem Problem nicht – doch das macht es eher schwerer als leichter: Wer heutzutage IT-Spezialisten für sein junges Unternehmen sucht, konkurriert auf einem rauen Markt. Laut einer Laut einer Studie des Digitalverbands Bitkom fehlten im vergangenen Jahr bei 75 Prozent von 1.500 befragten Unternehmen IT-Fachkräfte – 2016 waren noch 70 Prozent. Die Zahl der unbesetzten Stellen stieg im selben Zeitraum von 51.000 auf rund 55.000.

In der Spezialdisziplin IT-Sicherheit sieht es nicht besser aus. Beide Start-ups suchen hier wie viele, viele andere nach geeignetem IT-Personal. IT-Seal berät Unternehmen und vor allem deren Mitarbeiter bei der digitalen Selbstverteidigung. Eine ähnliche Geschäftsidee steckt auch hinter Perseus: Das Berliner Tech-Start-up will Unternehmen als Serviceplattform Beratung im Bereich Cybersicherheit bieten.

Die Ansprüche sind hoch: Perseus-Mitgründer Steffen Teske weiß genau, was er von seinen Mitarbeitern erwartet. „Technologien verändern sich rasant, Produkte müssen sehr schnell entwickelt werden, um auch konkurrenzfähig zu sein“, sagt Teske. Richtungswechsel, neue Ideen und die grundsätzliche Schnelligkeit der digitalen Welt gehören zu den fachlichen Ansprüchen. Und was natürlich auch nicht fehlen darf: Leidenschaft für den Job.

Wer für sich wirbt, gewinnt!

Das Problem: Denn Unternehmen können nicht einfach wie in anderen Berufsbranchen üblich per Anzeige nach IT-Talenten suchen. Dafür ist deren Spezialwissen aktuell zu gefragt. „Die IT-Talente wissen, sie können sich ihren Job aussuchen“, sagt Recruiting-Experte Henrik Zaborowski. Daher müssen Unternehmen um sie werben.

Sich als Arbeitgeber attraktiv zu positionieren, wird daher für Start-ups bereits sehr früh wichtig, wenn man nach raren Talenten Ausschau halten muss. „Viele Firmen treten mittlerweile als Sponsoren von Events und Konferenzen auf“, sagt Zaborowski. Denn dort, sowie in Branchenforen und speziellen Netzwerken, tummeln sich die gefragten Talente.

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