Christian Heckmann organisiert Start-up-Tours in die Gründermetropolen der Welt. Was die Teilnehmer dabei mitnehmen, erklärt er im Interview.

Zusammen mit seiner Frau gründete der 37-Jährige Christian Heckmann vergangenen Sommer Start-up-Tours.com. Seitdem ist er unterwegs – in San Francisco, New York, Los Angeles, Tel Aviv, London, Singapur und Berlin. Mit dabei: Manager und leitende Angestellte von großen Unternehmen aus Deutschland, Schweiz und Österreich, die wissen wollen wie Top-Innovatoren arbeiten. Im Interview erzählt er, wie er auf die Idee kam, warum eine Speedboat-Tour auf der Themse dazugehört, und was das wahre Silicon Valley ist. 

Herr Heckmann, Sie organisieren Touren in Gründermetropolen weltweit. Wo geht es am häufigsten hin?

Die wesentlichsten Gründer-Ökosysteme sind das Silicon Valley, New York, Los Angeles, Tel Aviv, London und Berlin. In den vergangenen Jahren sind auch Ziele in Asien wichtiger geworden. Zum Beispiel Singapur und Bangalore. Am häufigsten fahren wir aber eindeutig noch ins Silicon Valley.

Wieso entscheiden sich Unternehmen für einen Trip ins Silicon Valley?

Wir versuchen, Unternehmen bei der digitalen Transformation zu helfen. Dafür geben wir ihnen Einblicke in die Gründerwelt und zeigen, welche aktuellen Trends und Ideen es auf dem Markt gibt. Unsere Teilnehmer sind meist Manager und leitende Angestellte von großen Unternehmen aus Deutschland, Schweiz und Österreich. Auf der Tour lernen sie Start-ups aus der eigenen und anderen Branchen kennen. Der direkte Kontakt zu Top-Innovatoren ermöglicht ihnen dann, bestimmte Fragestellungen im eigenen Unternehmen gezielter anzugehen.

Wie laufen die Touren ab?  

Wir haben drei Arten von Reisen. Manchmal sind die Teilnehmer bereits auf einer Geschäftsreise und ich organisiere noch ein paar weitere Termine bei Start-ups. Dann entwickle ich Touren für Manager nur einer Firma, wo eventuell auch ihre Kunden mitkommen. Das sind meist sehr individuelle Reisen mit speziellen Schwerpunkten. Als letztes biete ich eine Reise über meine Internetseite an, die man dort buchen kann. Dafür stelle ich aus den Bewerbern eine Gruppe von zehn bis 15 Personen zusammen, die aus unterschiedlichen Unternehmen kommen.

Und dann jagen Sie sie durch ein Start-up nach dem anderen?

Das versuche ich eher zu vermeiden. Die Teilnehmer sollen auch etwas von der Stadt sehen. In London machen wir beispielsweise häufig eine Speedboat-Tour auf der Themse. Im Vordergrund stehen aber natürlich die Besuche bei den Start-ups und Gespräche mit Investoren und auch Inkubatoren. Wir sind meist zwischen zwei und vier Tagen unterwegs. Wie lange wir bleiben, kommt auf das Reiseziel an. Es lohnt sich vier Tage ins Silicon Valley zu fahren. Auch aufgrund der Fluglänge in die USA und der großen Zeitverschiebung. In London oder Berlin kann man in zwei Tagen schon sehr viel mitnehmen.