Das Start-up Relayr erhält 23 Millionen Dollar. Neben Kleiner Perkins steigt Munich Re ein und will Spezialversicherungen für vernetzte Maschinen anbieten.

Relayr gehört zu dem auserwählten Kreis an Start-ups, die Kleiner Perkins Caufield & Byers zu ihren Investoren zählen können. Der Wagniskapitalgeber ist einer der ältesten und erfolgreichsten der Welt, Relayr gehört neben GoEuro, Soundcloud und Orcan Energy zu den wenigen deutschen Start-ups, an denen sich die Kalifornier beteiligt haben.
Nun stecken der Wagniskapitalgeber und Munich Venture Partners erneut eine hohe Summe in das Start-up: Insgesamt erhält Relayr 23 Millionen Dollar. Hauptinvestor und neu dabei ist jedoch der Rückversicherer Munich Re mit seiner Tochter Hartford Steam Boiler Ventures (HSB).
Wichtiger als das Geld dürfte dabei eine Kooperation der beiden Unternehmen sein. Denn Relayr hat eine Plattform für das Internet der Dinge entwickelt, über die vernetzte Maschinen und Sensoren gesteuert werden können. Zu den Kunden gehören Bosch, Dell, Cisco oder Schindler. Der Hersteller von Rolltreppen und Aufzügen kann beispielsweise mit Hilfe von Relayr seine Anlagen einfacher aus der Ferne kontrollieren.

Relayr plant Übernahmen

„Man muss nicht extra einen Techniker hinschicken, um zu sehen, ob eine Anlage gewartet werden muss“, sagt Relayr-Chef Josef Brunner. Doch solche Projekte zur Vernetzung sind  aufwendig und teuer.
Hier kommt HSB ins Spiel: Denn das Unternehmen versichert Ausfallrisiken von Maschinen und will nun gemeinsam mit Relayr neue Versicherungsprodukte anbieten, die die versprochenen Effizienzgewinne absichern. „HSB kann den Kunden von Relayr Vertrauen in ihre IoT-Investitionen schenken, indem die finanzielle Sicherheit geschaffen wird, dass die Leistungen erbracht werden, gleichgültig, ob es um gesteigerte Produktion, geringere Ausfallzeiten, die Entwicklung neuer Einkommensströme oder verringerte Instandhaltungskosten geht“, sagt HSB-Chef Greg Barats.
Zudem will Relayr mit dem neuen Kapital sein Geschäft weiter ausbauen. Die Zahl der Mitarbeiter soll von jetzt 100 auf 150 bis Jahresende ansteigen. „Mit dem Geld sind auch Übernahmen geplant, um unsere Technologie zu erweitern“, sagt Brunner.