Mit dem Expat-Netzwerk will Xing mehr Menschen auf Veranstaltungen erreichen. Die Gesamtsumme für die Übernahme kann noch erheblich ansteigen.

Xing fügt den nächsten Kontakt zum eigenen Netzwerk hinzu: Für einen Basiskaufpreis von zehn Millionen Euro übernimmt das Hamburger Unternehmen die Expat-Plattform Internations. Die Münchener vernetzen online und offline Menschen, die im Ausland leben und arbeiten. Nach eigenen Angaben sind aktuell 2,7 Millionen Mitglieder in 390 Städten weltweit bei Internations registriert.

Internations arbeitet dabei mit einem ähnlichen „Freemium“-Modell wie die neue Mutter Xing: Die Mitgliedschaft an sich ist kostenlos. Der “Ambassador”-Status kostet dagegen etwa 60 Euro im Jahr – dafür ist das Vernetzen mit anderen Mitgliedern einfacher und es gibt vergünstigten Zutritt zu Veranstaltungen. Den Angaben zufolge will das Netzwerk im kommenden Jahr einen achtstelligen Umsatz erreichen und arbeitet bereits profitabel.

Gerade auf die Offline-Veranstaltungen ist Xing besonders neugierig: Nach Firmenangaben habe man im vergangenen Jahr auf 50 000 verschiedenen Treffen insgesamt 1,5 Millionen Teilnehmer zusammengebracht. Man wolle in der gesamten Unternehmensgruppe Menschen statt Profile miteinander vernetzen, sagt Xing-Vorstandsvorsitzender Thomas Vollmoeller: „Das neue Mitglied der Xing-Familie wird uns unterstützen, unsere Kompetenzen in diesem Bereich noch deutlich stärker auszubauen.“

Weitere 20 Millionen Euro sind möglich

Die beiden Internations-Gründer Malte Zeeck und Philipp von Plato bleiben an Bord und sollen mit aktuell 100 Mitarbeitern das Geschäft weiterführen. Neben dem Offline-Geschäft soll auch das Firmenkundengeschäft stark ausgebaut werden. Gelingt das, könnte sich das für die bisherigen Eigentümer auszahlen: Abhängig von – laut Pressetext „ambitionierten“ – Ertrags- und Umsatzzielen könnten zum Basiskaufpreis noch einmal acht bis 20 Millionen Euro dazukommen.

Auf ein ähnliches Anreiz-Modell setzt Xing auch bei einer anderen Übernahme, die Anfang dieser Woche bekannt wurde. Für das Wiener Recruiting-Start-up Prescreen zahlt Xing erst einmal 17 Millionen Euro – bis zu zehn Millionen Euro können noch dazukommen.