Das Start-up Holobuilder bietet ein Programm, um Baustellen und Immobilien virtuell zu besichtigen. Zahlreiche US-Unternehmen nutzen die Software bereits.

Wenn prominente Unternehmen das eigene Produkt nutzen, ist das meist ein deutliches Zeichen: Man ist auf dem richtigen Weg. So wie Simon Heinen. Der Informatiker verwendet gern die Kommunikationsplattform Slack oder das Programmiererportal GitHub – und beide nutzen die Technologie seines Start-ups Holobuilder. Mit der Software können die Nutzer Büros und Baustellen virtuell am Rechner oder per Datenbrille besichtigen. Dazu müssen sie das Programm lediglich mit Rundum-Aufnahmen einer 360-Grad-Kamera füttern. Die Videos lassen sich auch mit einem Bauplan verknüpfen, sodass alle Beteiligten von Auftraggeber bis Subunternehmer die Baustelle aus der Ferne besichtigen können. „Das ist quasi wie Google Street View zum Selberbauen“, sagt Heinen.

Doch Holobuilder kann noch mehr: Die Ansichten lassen sich auch mit schriftlichen Hinweisen ergänzen. Es können zudem 3-D-Modelle integriert werden, zum Beispiel von einer geplanten Lüftungsanlage. Und die Bauherren können notieren, wo noch Kabel fehlen oder welche Wand als Nächstes aufgerissen werden soll. „Viele Baufirmen machen mit dem Programm auch wöchentliche Aufnahmen zur Dokumentation“, sagt Heinen. Darauf können sie später bei Reklamationen oder möglichen Baumängeln zurückgreifen.

Erfolg in den USA

Gegründet wurde das Start-up im Jahr 2012 in Aachen, wo sich Heinen und sein Mitgründer Mostafa Akbari an der Uni kennengelernt hatten. Dort wird die Software und die dazugehörige Onlineplattform auch heute noch weiterentwickelt. Doch Holobuilder-Chef Akbari hat sein Büro inzwischen nach San Francisco verlegt, wo der Hauptinvestor Brick & Mortar Ventures sitzt. Es ist das Wagniskapitalunternehmen des größten US-Baukonzerns, der Bechtel Group.

Die meisten Kunden kommen ebenfalls aus den USA, denn sie sind für das Programm empfänglicher. „In Kalifornien probieren auch Unternehmen in traditionellen Branchen schneller neue Technologien aus“, sagt Heinen. „Doch inzwischen haben wir auch immer mehr deutsche Kunden.“

Steckbrief

Holobuilder
Gründer Mostafa Akbari und Simon Heinen
Gründung 2012 unter dem Namen Bitstars
Mitarbeiter 25
Kunden 300 Unternehmen
Finanzierung siebenstellige Summe vom High-Tech Gründerfonds und Brick & ‧Mortar Ventures