Immer wieder scheitern die Deals aus der Höhle der Löwen nach der Sendung noch. Diese Erfahrung mussten auch die Macher der App MyDog365 machen.

Als sein Auftritt in der Vox-Show „Höhle der Löwen“ ausgestrahlt wurde, konnte sich Eike Adler freuen. Der Werbeeffekt der Sendung setzte wieder mal ein, prompt schoss seine App MyDog365 vorübergehend auf den ersten Platz der Downloadcharts und wechselte sich dort mit Math42 ab. „Wir haben unsere Downloadzahlen in 48 Stunden vervierfacht“, sagt Adler. In den nächsten ein bis zwei Wochen will er die Marke von 100 000 Downloads knacken.

Die App bietet für Hundebesitzer und ihre Tiere tägliche Aufgaben, die in kleinen Videos erklärt werden. Zum Zeitpunkt der Aufzeichnung im März war sie erst seit wenigen Wochen verfügbar. Trotzdem überzeugte die Idee die Gründer Jochen Schweizer und Frank Thelen, die beide investieren wollten. Den Zuschlag bekam Thelen: 150 000 Euro für 20 Prozent der Unternehmensanteile lautete der Deal.

Doch schon da deutete sich an, was die Vereinbarung im Nachhinein zum Scheitern brachte: Denn die Gründer betreiben noch eine Agentur, die auch Videos für andere Kunden erstellt. Eigentlich wollten sie die App daher in eine eigene Firma ausgliedern, doch Thelen möchte, dass das Unternehmen Teil des Deals wird.

Als sie dann im Nachhinein in Bonn die Details aushandeln wollten, stellte sich jedoch bald heraus, dass beide unterschiedliche Vorstellungen hatten. „Frank Thelen legt großen Wert auf die Technik und wollte, dass mit dem Kapital die App umgebaut und technische Innovationen entwickelt werden“, sagt Adler. Doch der Fokus der Gründer liegt derzeit auf der Produktion von Inhalten. Auch die Videoproduktionen der Agentur für andere Kunden wollte der Investor möglichst zurückfahren, das MyDog-Team jedoch das zweite Standbein behalten.

„Wir mussten feststellen, dass wir wohl nicht die perfekten Partner sind“, sagt Adler. Man sei zwar in einem guten Verhältnis verblieben, doch der Deal ist vom Tisch. Zwar hätte Adler den App-Experten Thelen gern als Partner gehabt, doch inzwischen seien auch Alternativen in Sicht. „Es gibt derzeit Gespräche mit anderen Investoren“, sagt Adler, „dabei geht es sogar um eine höhere Summe und Bewertung“.