Das Rocket-Putzportal Helpling will zehn Millionen Euro bis Ende 2015 investieren – aber nicht in weitere Übernahmen. Eine klare Ansage an Konkurrent Book A Tiger.

Die Putzhilfenplattform Helpling bleibt in Investitionslaune: Nach der bisher letzten großen Finanzierungsrunde im März will das Start-up weitere zehn Millionen Euro in das Wachstum auf dem deutschen Markt stecken. Das erfuhr WirtschaftsWoche Gründer vorab. Nach einer großen Plakatkampagne in einigen ausgewählten Großstädten soll das Geld des Rocket-Internet-Schützlings auch im zweiten Halbjahr 2015 in das Marketing fließen.

Um diese Pläne umsetzen zu können, hat das Unternehmen mit Till Schmid, früher Berater bei der Boston Consulting Group, sein Werbeteam verstärkt. Auch Produkt und Kundenservice will Helpling mit der Summe ausbauen. Dafür hat das Start-up bereits Ende 2014 auch einen neuen Technikchef beordert.

Einem weiteren Zukauf erteilte Gründer Benedikt Franke gegenüber WiWo Gründer hingegen eine klare Absage: „Wir werden mit Sicherheit keinen Wettbewerber in Deutschland mehr übernehmen.“ Nach der Übernahme des direkten Konkurrenten Cleanagents im März habe man sich bereits „positioniert“, so Franke. Das ist auch eine Ansage an den größten deutschen Wettbewerber Book A Tiger, mit dem Helpling in der Bundesrepublik um die Marktführerschaft ringt.

Neue Finanzierungsrunde nicht ausgeschlossen

Dass Helpling seinen Wettbewerb unter Druck setzen wolle, sei „selbstverständlich Teil unserer Strategie“, sagt Franke. Da verwundert es wenig, dass Helpling mit der Investition seine Position als „klare Nummer eins“, wie es der Gründer formuliert, ausbauen will.

Auch die restlichen 33 Millionen Euro aus der Finanzierungsrunde im März sind bereits verplant. „Die übrigen Mittel werden wir sowohl in der Zeit danach als auch in unseren internationalen Märkten verwenden“, hieß es von Seiten des Berliner Start-ups. Eine neue Finanzierungsrunde schließt Helpling dabei nicht aus.

Das Rocket-Internet-Start-up ist seit gut einem Jahr am Markt und in zwölf Ländern aktiv. Über die Plattform können Nutzer Putzhilfen buchen. Helpling wirbt damit, den Schwarzmarkt auf diese Weise bekämpfen zu wollen. Allerdings stößt das Geschäftsmodell auf viel Kritik. Unter anderem halten Gegner dem Portal vor, seine Putzkräfte als Scheinselbstständige zu beschäftigen.