Reinigungsvermittler im Netz wie Helpling oder Book A Tiger überbieten sich mit Finanzierungsrunden und Übernahmen. Ihren Kunden versprechen sie zuverlässige und legale Putzhilfen. Trotz sauberer Versprechen gibt es aber Kritik.

Schwarzarbeit ist auf dem Putzmarkt ein heikles Thema: Rund 4,5 Millionen Haushalte beschäftigen nach Angaben des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) eine eigene Putzkraft, 90 Prozent davon schwarz. Was viele nicht wissen: Wer seine Hilfe nicht anmeldet, muss mit einer Strafe von bis zu 5.000 Euro rechnen. Denn Schwarzarbeit im Haushalt ist eine Ordnungswidrigkeit.

Die neuen Stars der Branche wollen nicht nur wortwörtlich aufräumen: Online-Putzportale wie Helpling, Book A Tiger oder CleanAgents vermitteln Reinigungskräfte an Privathaushalte, die bequem und legal per Internet bestellt werden können – so die Werbung. „Der Reinigungsmarkt in Deutschland ist ein kaputter Markt, der für alle Seiten erhebliche rechtliche und finanzielle Risiken birgt“, sagt Benedikt Franke, Mitgründer von Helpling. Einen geprüften, legalen und versicherten Dienstleister zu finden, sei sehr schwer bis unmöglich. „Mit unserem Service wollen wir diesen Markt endlich professionalisieren und legalisieren.“

Die Motivation dahinter ist aber noch eine ganz andere. Es geht um Geld, Expansion und vor allem eins: die Marktführerschaft in Deutschland. Die Berliner Vermittlungsplattform Helpling hat nach zwei Finanzierungsrunden insgesamt 56,5 Millionen Euro eingesammelt, darunter auch eine kräftige Finanzspritze des Samwer-Inkubators Rocket Internet. Zudem hat sich der finanzstärkste Player erst vor wenigen Wochen den First Mover CleanAgents geschnappt, der seit Sommer 2013 auf dem Markt ist.

Glänzende Zukunft

Book A Tiger, das Start-up der Lieferheld-Gründer Nikita Fahrenholz und Claude Ritter, hat erst vor kurzem seine Serie-A-Finanzierungsrunde erweitert und von der Schweizer Mediengruppe Tamedia und den Altinvestoren Target Ventures und Avala Capital insgesamt rund sieben Millionen Euro erhalten. In den kommenden Monaten stehen weitere Finanzierungsrunden an, Details dazu sind aber noch nicht bekannt.

Experten bescheinigen den Putzportalen jedenfalls eine glänzende Zukunft. So kommt eine Studie der Prognos AG zu dem Ergebnis, dass im Jahr 2010 jeder achte Haushalt haushaltsnahe Dienstleistungen genutzt hat. Künftig, so die Untersuchung, werde sogar mehr als jeder dritte Haushalt einen solchen Service nutzen. „Der Markt für Putzhilfen ist dabei besonders groß“, sagt Wido Geis, Ökonom am Institut der deutschen Wirtschaft. Auf sieben bis 13 Milliarden Euro schätzen die Anbieter selbst den Online-Markt für Putzhilfen. Der Grund: „Viele Kunden würden lieber auf legale Angebote zurückgreifen und sind dafür auch bereit ein bisschen mehr zu zahlen“, sagt Geis.