Fünf Gründer sprechen über inspirierende Bücher, ihre Vorbilder und darüber, was sie aus ihren größten Fehlern gelernt haben.

Stefan Reinartz, Gründer von impect (Big Data für Fußball)

Welches Buch hat dich bei deiner unternehmerischen Karriere am meisten inspiriert und warum?

John Strelecky – Big Five for Life. Hat mir einen neuen Blick gegeben auf die Themen Führungsstil und Unternehmenskultur.

Was war dein größter Fehler und wie hast du daraus gelernt?

Wenn es gut läuft, kommen die größten Fehler noch. Klingt paradox, ist aber so. Gelernt habe ich, dass die größte Herausforderung immer darin besteht, Menschen mitzunehmen.

Wer ist dein größtes Vorbild?

Purer Idealismus: Thomas Derale.

Welche Erfahrung hast du als Unternehmer gemacht, von der du gerne schon vorher gewusst hättest?

Mir fallen spontan sehr viele spannende Erfahrungen ein, die alle eine Gemeinsamkeit haben: Ich habe immer etwas zum ersten Mal gemacht. Wie spannend etwas ist, das man zum ersten Mal macht, hätte ich gerne vorher gewusst.

Juliane Zielonka, Gründerin von laracompanion (Healthcare für Frauen)

Welches Buch hat dich bei deiner unternehmerischen Karriere am meisten inspiriert und warum?

Stephane Hessel – Empört euch!

Dieses kleine Essay fand mich in einer persönlichen Zeit des Umbruchs. Es hat mich motiviert, in meinem ersten Startup weiter zu machen:

“Mit emphatischen Worten ruft der ehemalige französische Diplomat zum friedlichen Widerstand gegen die Unzulänglichkeiten unserer Gesellschaft auf.”

Als Entrepreneur hast Du die Vision einer Lösung im Markt, die für Dich sonnenklar ist. Es geht einher mit dem Vorhersehen einer Welt, die für Dich heute schon existiert. Um diese Vision umzusetzen, gilt es, Widerstände zu überwinden.

Was war dein größter Fehler und wie hast du daraus gelernt?

Meine privaten finanziellen Reserven einzusetzen. Im Positiven kenne ich jetzt meine eigene Grenze, die ich nicht mehr überschreite.

Wer ist dein größtes Vorbild?

Arianna Huffington.

Welche Erfahrung hast du als Unternehmer gemacht, von der du gerne schon vorher gewusst hättest?

Wie schön es sich anfühlt, Erfolg zu haben mit dem eigenen Produkt.

Peter Ohnemus, Gründer von dacadoo (Gesundheitsdatenmessung)

Welches Buch hat dich bei deiner unternehmerischen Karriere am meisten inspiriert und warum?
„No ordinary disruption“ von Richard Dobbs, James Manyika und Jonathan Woetzel und „Blockchain Revolution“ von Don Tapscott. Diese beiden Werke beschreiben die „totale“ Digitalisierung unserer Gesellschaft sehr gut.
Ein anderes Buch, das sicherlich auch Unternehmern und Erfindern die Augen öffnet, ist „Physics of the Future“ von Michio Kaku. Er beschreibt unsere sehr vielen positiven Durchbrüche in der Forschung sehr gut. Aber von Seiten der Technologie haben wir noch gar nichts gesehen.
Was war dein größter Fehler und wie hast du daraus gelernt?
Als Unternehmer trifft man viele Entscheidungen und das in sehr hohem Tempo. Ich treffe jeden Tag falsche Entscheidungen, hoffe aber, dass meine richtig-falsch-Rate mindestens 80/20 ist. Als Unternehmer schaue ich nie nach hinten, sondern immer nach vorne.
Wer ist dein größtes Vorbild?
Alan Parker als Mitgründer der Duty Free Shops (DFS). Er hat sein Unternehmen sehr erfolgreich aufgebaut und verkauft spendet und durch seine Oak Foundation weltweit Milliarden von Dollar für unsere Umwelt, Meeresklima, gegen Frauenmisshandlungen – und dass, ohne jemandem groß davon etwas erzählt zu haben.
Welche Erfahrung hast du als Unternehmer gemacht, von der du gerne schon vorher gewusst hättest?
Dass Durchhalten das Allerwichtigste ist. Unternehmen aufzubauen macht Spaß, ist aber auch ein Marathon. Wenn man etwas jünger ist, ist man ungeduldig und da hätte ich sicherlich gerne das eine oder andere vorher gewusst. Mit dem „Erwachsen“ werden kriegt man das bessere Gesamtbild und Erfahrung, aber die guten Ideen brauchen etwas länger.


Pascal Ludwig, Gründer von swoopstr (Tinder fürs Tauschen)

Welches Buch hat dich bei deiner unternehmerischen Karriere am meisten inspiriert und warum?

Inspiriert hat mich insbesondere die Autobiografie ‘Losing My Virginity’ von Richard Branson. Hier wird sehr spannend beschrieben, wie mit der richtigen Einstellung und eisernem Durchhaltevermögen trotz aller Wahrscheinlichkeiten ein erfolgreiches Unternehmen aufgebaut werden kann. Sehr empfehlen kann ich auch “Rework” von Jason Fried und David Hansson, welches typische Geschäftspraktiken kritisch hinterfragt und im Kern dazu anregt, notwendige Planungen auf ein Minimum zu reduzieren, um produktiver zu sein.

Was war dein größter Fehler und wie hast du daraus gelernt?

Für ein junges Startup mit begrenztem Budget ist jedes unbekanntes Szenario eine potenzielle Fehlerquelle. Mein größter Fehler war es, der Auswirkung von (insbesondere finanziellen) Entscheidungen zu viel Gewicht beizumessen. Ich habe gelernt, dass schnelle Entscheidungen und damit verbundene Fehler gut und wichtig sind und dabei helfen, die Wirksamkeit von Maßnahmen besser einschätzen zu können, um letztlich produktiver und erfolgreicher zu sein.

Wer ist dein größtes Vorbild?

Sowohl menschlich als auch unternehmerisch bewundere ich insbesondere Richard Branson und Bill Gates. Branson und Gates sind absolute Visionäre und großartige Unternehmer, die sich gleichzeitig in etlichen Initiativen engagieren, um die Welt zu einem besseren Ort zu machen.

Welche Erfahrung hast du als Unternehmer gemacht, von der du gerne schon vorher gewusst hättest?

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es sehr hilfreich ist, mit so vielen Personen wie möglich über das eigene Produkt zu sprechen. Feedback hilft ungemein und eröffnet den Blick aus verschiedenen Blickwinkeln. Salopp gesagt kann selbst die eigene Oma dabei helfen, neue Lösungsansätze und Optimierungspotenzial ausfindig zu machen. Als Unternehmer brennt man für die eigene Vision und das ist auch gut so.

Ich habe gelernt, dass es sehr sinnvoll ist, das eigene Produkt inklusive geplanter Features regelmäßig einem Realitätscheck zu unterziehen, bevor beispielsweise Updates veröffentlicht werden. Wir haben zum Beispiel festgestellt, dass das direkte Feedback während der Entwicklungsphase teilweise deutlich von dem eigentlichen Nutzerverhalten des finalen Produkts abgewichen ist. Das permanente Einholen von Feedback hat uns enorm dabei geholfen, die User-Experience deutlich zu verbessern.

Manuel Heyden, Co-Gründer von nextmarkets (Fintech, Peter Thiel ist investiert)

Welches Buch hat dich bei deiner unternehmerischen Karriere am meisten inspiriert und warum?

„The Road Ahead“ von Bill Gates. Als es 1995 erschienen ist, war ich 15 Jahre alt und ich wusste nach der Lektüre, dass ich Unternehmer werden wollte.

Was war dein größter Fehler und wie hast du daraus gelernt?

Mit meinem ersten FinTech-Unternehmen, ayondo, haben wir uns zu lange auf den deutschsprachigen Raum fokussiert. Obwohl ein Wettbewerber erst zwei Jahre nach uns auf den Markt kam, jedoch einen internationalen Ansatz hatte, ist er im angelsächsischen Raum deutlich an uns vorbeigezogen und wir galten dort letztendlich als die Copy Cat. Deutschland ist geographisch gesehen dann doch nur ein kleiner Punkt auf der Weltkarte. Gerade wir Deutschen sollten diesbezüglich von den Amerikanern lernen, die ihre Produkte und Ideen sehr schnell in die Welt hinaustragen.

Wer ist dein größtes Vorbild?

Bill Gates, sowohl als Unternehmer, als auch als Philanthrop. Richard Branson finde ich auch klasse, weil er ein so kreativer und verrückter Innovator ist.

Welche Erfahrung hast du als Unternehmer gemacht, von der du gerne schon vorher gewusst hättest?

Ich hätte nicht gedacht, dass man als Unternehmer bei der Strukturierung von Finanzierungsrunden so viele Fehler machen kann. Irgendwie muss jeder Unternehmer wohl auch ein kleiner Investment Banker sein.