Google-Deutschlandchef Philipp Justus spricht über Googles neuen Start-up-Campus, risikoscheue Investoren und die Folgen des Brexit.

WirtschaftsWoche Gründer: Google eröffnet im kommenden Jahr einen Campus für Gründer in Berlin. Was wird dort geboten?

Philipp Justus: Der Campus Berlin wird ein Ort für Start-ups sein, um voneinander zu lernen, sich miteinander zu vernetzen, aber auch um an Workshops und Schulungen teilzunehmen. Außerdem stellen wir Flächen für Veranstaltungen zur Verfügung.

Berlin gilt neben London als Europas Start-up-Hauptstadt. Trotzdem hat Google erst in sechs anderen Städten wie Madrid oder Warschau einen Gründercampus eröffnet. Warum hat es so lange gedauert?

Wir sind seit 2007 in Berlin und arbeiten schon lange mit der Start-up-Szene zusammen. So haben wir seit drei Jahren eine enge Kooperation mit dem Start-up-Zentrum Factory. Daher war Berlin sogar einer der ersten Standorte, und ich freue mich, dass wir das nun weiter ausbauen.

In der Factory können Start-ups auch Büros anmieten. Wird es das hier auch geben?  

Der Campus Berlin wird im Kern kein Co-Working-Space mit Büroflächen, das unterscheidet uns auch von anderen Anbietern oder Accelerator-Programmen. Es wird aber ein so genanntes Residency-Programm geben: Einzelne Start-ups werden in Vollzeit am Campus arbeiten und ein maßgeschneidertes Trainingsprogramm erhalten – und zwar ohne Miete zahlen zu müssen.

Werden die Gründer in den Workshops vor allem in Google-Technologien geschult?

Nein. Bei den anderen Standorten wird mehr als die Hälfte der Schulungen von unabhängigen Partnern angeboten, da geht es auch um allgemeine Themen wie Design Thinking.