Also wollen Sie auch weiterhin keine Investoren ins Unternehmen holen?

Mit fremdem Geld geht man schnell etwas lockerer um, bei uns lag das Risiko voll auf den eigenen Schultern. Nur einmal haben wir 3,3 Millionen Euro vom European Founders Fund, dem Investment- Vehikel der Samwers reingeholt. Damit konnten wir Performance Marketing starten, vorher konnten wir uns das nicht leisten. Sonst gab es keine Investments und aktuell ist da auch nichts geplant.

Es gab auch Spekulationen über einen Börsengang. Wenn Sie die gute Stimmung nutzen wollen, müssen Sie sich ranhalten.

Christian Wawrzinek: Da gibt es auch keine konkreten Pläne. Wir haben eine langfristige Vision und gucken dabei auf das Ende des Jahrzehnts und das nächste Jahrzehnt. Dann wollen wir zu den absoluten Topfirmen weltweit gehören. Wenn dafür ein Börsengang oder ein Investment Sinn machen, dann würden wir diese Wege gehen. Aber aktuell ist nichts geplant.

Sind Zukäufe geplant – bisher waren Sie da auch zurückhaltend?

Kai Wawrzinek: Wir gucken uns viele Unternehmen an aber auch mit gewisser Vorsicht. Ich kenne viele Übernahmen im Gaming, die schief gelaufen sind und das ist die schnellste Möglichkeit viel Geld zu verbrennen.

Sie sind relativ abhängig vom erfolgreichsten Spiel, Goodgame Empire, wie lange kann das noch gut gehen?

Christian Wawrzinek: Goodgame Empire ist sicherlich unser erfolgreichstes Spiel, mit über 70 Millionen Nutzern der Browserversion und mehr als 40 Millionen für die mobile App. Die insgesamt 260 Millionen registrierten Spieler verteilen sich aber sehr breit über unser gesamtes Portfolio mit nutzerstarken Spielen wie Big Farm und Gangster.

Unser Fokus liegt bei allen Spielen auf Langlebigkeit. Wir entwickeln die Spiele kontinuierlich weiter, allein bei Empire gibt es fast jede Woche weitere Updates mit neuen Inhalten. Die Spieler bleiben deswegen auch lange dabei, wie man auch bei Konkurrenten wie World of Warcraft sieht, das auch nach über zehn Jahren immer noch viele Leute in den Bann zieht. Empire ist bereits über viereinhalb Jahre alt und wächst dennoch stetig weiter. Das ist auch unser Anspruch.

Welchen Anteil haben daran die Versionen für Smartphone und Tablet?

Christian Wawrzinek: Mobile holt enorm auf. Am Gesamtumsatz haben die Einnahmen aus dem Mobil-Bereich einen Anteil von 46 Prozent, im Jahr davor waren es erst 16 Prozent. Bei neuen Produkten verfolgen wir daher auch eine Mobile-First-Strategie.

Das erste Spiel für Mobilgeräte und Browser war Shadow King, doch die zwei Versionen sind getrennt. Wann ändert sich das?

Es hat zwar Vorteile für den Spieler, wenn er am PC und in der App den gleichen Spielstand hat. Trotzdem haben wir uns bei Shadow Kings und Empire aus Gründen der Geschwindigkeit bewusst dagegen entschieden. Wenn man Browser- und Mobile-Version verbindet, würde das die Webversion ständig ausbremsen.

Wir veröffentlichen ja jede Woche ein Update, doch das ist für die Mobilversionen leider nicht möglich. Denn bei jeder Änderung muss man etwa eine Woche warten, bis Apple das Update frei gibt. Das klappt zwar fast immer, hält aber die Entwicklung enorm auf.