Mit Prepaid-Kreditkarten hat Givve das Interesse einer französischen Unternehmensgruppe geweckt. Mit dem Verkauf der jungen Firma machen die Investoren Kasse.

Das Münchener Finanztechnologie-Start-up Givve gehört künftig zur französischen Unternehmensgruppe Up, einem Anbieter von Mitarbeiterbindungsprogrammen und Zahlungsdiensten. 20 Millionen Euro soll die Kaufsumme für den Münchener Anbieter von Bonus-Kreditkarten nach Medieninformationen betragen, als erstes berichtete das Handelsblatt. Mit den Prepaid-Karten wendet sich Givve an Unternehmen, die ihren Mitarbeitern steuerlich vorteilhafte Benefits wie Einkaufs-, Essens- oder Tankgutscheine gewähren wollen. Nach Firmenangaben nutzen die Karten in Deutschland bereits mehr als 250.000 Menschen.

Ab September wird das 2010 gegründete Start-up in den französischen Konzern integriert. Zunächst wird laut Presseinformation auf Synergien geprüft, die Marke Givve soll erhalten bleiben. Die Gründer und Geschäftsführer des Start-ups sehen in dem millionenschweren Exit eine Chance, die Einsatzbereiche für ihre Kreditkartenlösung zu verbreitern: „Da wir jetzt Teil eines so großen Unternehmens werden, können wir unsere Lösung endlich auf die nächste Stufe heben“, lässt sich Alexander Klaiber in einer Pressemitteilung zitieren.

Investoren machen Kasse

Die genossenschaftliche Up-Gruppe beschäftigt nach eigenen Angaben knapp 3.500 Mitarbeiter und ist in 19 Ländern aktiv. Seit 2012 ist sie auch in Deutschland vertreten. Der Umsatz lag im vergangenen Jahr bei fast 500 Millionen Euro. Givve-Mitgründer Patrick Löffler verweist auf die Vorteile des Up-Netzwerks: „Wir könnten uns keinen besseren strategischen Investor vorstellen als die Up group. Sie verstehen nicht nur unseren Geschäftsbereich sehr gut, sie sind auch in weitaus mehr Geschäftsfeldern aktiv als wir. Von diesem großen Netzwerk und dem damit verfügbaren Fachwissen wird Givve sehr profitieren.“

Zu den bisherigen Investoren des Start-ups zählt die Venture-Capital-Gesellschaft Redalpine, die auch bereits das Fintech N26 und die Wissenschaftler-Plattform Morressier mitfinanziert hat. Außerdem haben mehrere Business Angels Geld in Givve gesteckt – und dürften sich jetzt über den Exit freuen: Zum Beispiel der ehemalige Vorstand des Verlagshauses Gruner + Jahr, Torsten-Jörn Klein, kassiert für seinen Anteil knapp zehn Millionen Euro, wie der Medieninformationsdienst Meedia berichtet.

Starke Konkurrenz

Mit sogenannten Mitarbeiter-Benefits werben Start-ups immer wieder erfolgreich Kapital ein: Erst im März hat sich Spendit ein Investment in Höhe von vier Millionen Euro für seine digitalen Essensmarken gesichert. Die Münchener wollen international angreifen auf einem Feld, das bereits von Schwergewichten wie etwa Sodexo besetzt ist. Dagegen arbeitet die Berliner Firma Machtfit an einer Plattform für betriebliche Gesundheitsförderung und hat dafür im vergangenen Jahr eine Finanzierungsrunde über 2,2 Millionen Euro abgeschlossen.