Mit automatisierter Anlageberatung will das Frankfurter Fintech traditionellen Banken die Kunden abjagen. Die neue Finanzierungsrunde geht der Gründer optimistisch an.

Erst im vergangenen August hatte Ginmon eine Finanzierungsrunde in siebenstelliger Höhe öffentlich gemacht. Jetzt hat Gründer Lars Reiner die Bücher schon wieder geöffnet. Für die zweite Finanzierungsrunde peile man eine Summe im achtstelligen Bereich an, sagt Reiner jetzt exklusiv gegenüber WirtschaftsWoche Gründer: „Das ist die Runde, mit der wir auf die Überholspur gehen wollen, um die Finanzindustrie anzugreifen.“

Begleitet werde die neue Runde vom britischen Kapitalgeber Passion Capital, die bereits im vergangenen Jahr investiert hatten. Viele der damaligen Interessenten seien bei der vierfach überzeichneten Runde nicht zum Zuge gekommen, hätten aber weiterhin Interesse an dem Geschäft, sagt Reiner mit großem Optimismus. Einen Abschluss erwartet der ehemaligen Mitarbeiter der Deutschen Bank in den nächsten drei bis sechs Monaten.

Klares Ziel von Ginmon: Mit der neuen Finanzierung die größte Summe in Deutschland im Bereich Robo Advisory, der automatisierten Anlageberatung, einzusammeln. Bislang hat in dieser Kategorie noch das Münchener Start-up Scalable Capital die Nase vorn – die verbuchten vor knapp einem Jahr sieben Millionen Euro von Investoren.

Das frische Geld will das 2014 gegründete Ginmon für zwei Dinge nutzen: Zum einen solle die technologische Plattform weiterentwickelt werden, berichtet Reiner. Zum anderen wolle man das exponentielle Wachstum des Unternehmens weiter stützen. Aktuell steigen sowohl Kundenzahlen als auch angelegtes Kapital nach Firmenangaben jeden Monat um etwa 30 Prozent. Knapp 100 Millionen Euro hätten Kunden bereits über Ginmon angelegt und dabei im Durchschnitt eine niedrige zweistellige Rendite erwirtschaftet. „Der Markt liegt aktuell brach da“, sagt Reiner, „jetzt wollen wir ihn bestellen und abernten.“