Die Plattform handelt mit komplexen Produktionsanlagen aus zweiter Hand. Dieser wachsende Markt lockt jetzt auch den strategischen Investor.

Eine Fräsmaschine für 19.000 Euro, eine Anlage zum Laserschneiden für 53.000 Euro oder eine komplette Revolverstanzmaschine für 135.000 Euro: Die Angebote auf der Seite des Start-ups Gindumac sind jeweils nur für eine spezielle Zielgruppe interessant. Der Handel mit gebrauchten Maschinen insgesamt ist aber eine lukrative Branche, auf die sich zunehmend ein größeres Interesse richtet.

Jetzt steigt der Münchener Anlagenhersteller Krauss Maffei mit einer nicht nicht näher bezifferten Beteiligung bei dem Start-up ein. Der Konzern verbindet den Einstieg auch mit einer strategischen Partnerschaft: Zukünftig sollen Kunden, die eine neue Maschine von Kraus Maffei erwerben, ein Angebot für die alte Anlage von Gindumac erhalten. Die Hoffnungen des Konzern auf die Zusammenarbeit mit dem Start-up sind groß: „Wir erweitern nicht nur unser Portfolio, sondern stärken auch unsere digitalen plattform-basierten Angebote und schaffen die richtigen Voraussetzungen für weiteres Wachstum”, lässt sich Krauss-Maffei-Chef Frank Stieler in einer Pressemitteilung zitieren.

Millionenmarkt Maschinenhandel

Das Start-up Gindumac mit Hauptsitz in Kaiserslautern ist seit 2016 am Markt und hat seitdem eine Palette an Angeboten rund um den Gebrauchtmaschinenhandel aufgebaut. Dazu gehören etwa Angebote zur Vermarktung, Finanzierung oder zum Transport der sperrigen und hochpreisigen Maschinen. Nach eigenen Angaben arbeiten etwa 30 Mitarbeiter für das Unternehmen, das mit eigenen Landesgesellschaften auch in Spanien und Indien unterwegs ist.

Der Ver- oder Ankauf von gebrauchten Großgeräten ist für das produzierende Gewerbe von großer Bedeutung. Lange Zeit fehlten jedoch hersteller- oder regionenübergreifende Angebote. In diese Lücke stoßen seit einiger Zeit mehrere Plattformen mit ihren Angeboten und versprechen den Nutzern eine höhere Transparenz.

Neben Gindumac sind aus Deutschland vor allem noch zwei Teilnehmer auf dem Markt unterwegs: Trade Machines aus Berlin bietet einen Suchportal, auf dem Unternehmen die passenden Auktionen für Maschinen listen lassen können. Maschinensucher mit Hauptsitz in Essen setzt dagegen auf ein Marktplatz-Modell und hatte nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr über 5000 angemeldete Händler.