Aufbruchstimmung in der Gründerszene: Kurz vor Jahresschluss mehren sich die Meldungen über abgeschlossene Deals und Finanzierungsrunden. So hat etwa die Auktions- und Shopping-Plattform Dealstreet frisches Geld bekommen; der Shopping-Dienstleister Cavi.TV hat eine zweite Finanzierungsrunde abgeschlossen und die Wissens-Community Hiogi brachte schon die vierte Runde unter Dach und Fach. Auch der High-Tech-Gründerfonds investiert weiter in innovative Unternehmen. Einige Beobachter wie der Tech-Blogger Philipp Moehring erwarten 2010 bereits ein “tolles Jahr für Startups”.

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Lebenselixier für Gründer

Vor allem die Business Angels in Deutschland sind zurzeit in Geberlaune. Banken und Wagnisfinanzierer halten sich noch zurück.
(Foto: Dank an vizzzual)

Tatsächlich scheint sich ein Ende der Krisenstimmung abzuzeichnen. Auch die Business Angels sind zurzeit wieder optimistisch, wie das aktuelle Business Angel Panel des BAND belegt. Danach machten im dritten Quartal 2009 sechs von zehn Befragten Geld für Gründer locker und luden jeden vierten Bewerber zu Gesprächen ein. In einer ähnlichen Geberlaune waren die privaten Kapitalgeber zuletzt 2005. Dahinter steckt die Hoffnung, dass die Krise abklingt und sich dann die Investitionen in Unternehmensanteile rasch auszahlen. Selten bewerteten die Business Angels in den vergangenen sieben Jahren ihre Geschäftsaussichten so gut wie zurzeit.

Weniger spendabel sind zurzeit noch die Banken und die Risikokapital-Gesellschaften. Zwar nahmen die Investitionen der Wagnisfinanzierer in junge Unternehmen im dritten Quartal um einige Prozentpunkte gegenüber dem zweiten Quartal zu. Aber die Geldgeber haben noch Schwierigkeiten, selbst Kapital einzusammeln: Ihr Fundraising kommt nicht in die Gänge, das Volumen schrumpfte im dritten Quartal dieses Jahres um knapp 20 Prozent gegenüber dem zweiten Quartal. Dementsprechend schlecht sind auch die deutschen Venture-Capital-Firmen gestimmt.

Tipps für die Suche
All das zeigt: Es gibt erste positive Signale nach Monaten der Krise, aber die Stimmung ist ingesamt noch durchwachsen. Deswegen müssen Startups auf der Suche nach frischem Geld nach wie vor alle Möglichkeiten ausschöpfen:

Business Angels sind im Moment besonders gefragt. Diese unabhängigen, privaten Investoren geben Kapital und beraten junge Startups als Mentoren. Viele agieren allerdings sehr diskret und treten öffentlich nicht in Erscheinung. Wer also Business Angels sucht, sollte zu den Screening-Veranstaltungen regionaler Angel-Netzwerke gehen oder sich über das Deutsche Business-Angels-Netzwerk auf die Suche nach Investoren machen: www.business-angels.de

Wagnisfinanzierer sind zwar im Moment relativ vorsichtig, aber nach wie vor eine wichtige Kapitalquelle für Gründer. Passende Investoren lassen sich über die Internetseite des Bundesverbands Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften recherchieren: www.bvkap.de

Einen Gründungszuschuss kann bei der Bundesagentur für Arbeit beantragen, wer aus der Arbeitslosigkeit heraus gründet und bestimmte Bedingungen erfüllt: www.arbeitsagentur.de

Das KfW-StartGeld ist ein Darlehen von bis zu 50.000 Euro. Startups können es in den ersten drei Jahren ab Gründung beantragen: www.kfw-mittelstandsbank.de

Exist-Stipendien sind für Studenten und Wissenschaftler interessant, die aus ihrer Forschung ein Startup machen wollen: www.exist.de

Der High-Tech-Gründerfonds investiert in technologieintensive Startups, die besonders innovativ sind und gute Marktchancen haben: www.high-tech-gruenderfonds.de