Mit cloud-basierten Kassensystemen für die Gastronomie will das Berliner Start-up weiter wachsen. Jetzt steigt ein Großkonzern aus der Branche mit ein.

Acht Millionen Euro Wachstumskapital erhält Gastrofix von der Radeberger-Gruppe, der größten privat geführten Brauereigruppe in Deutschland. Das Geld soll dazu dienen, das Produkt weiter zu entwickeln und die Marktposition in Deutschland und dem europäischen Ausland auszubauen, teilte das Start-up mit. Gastrofix entwickelt cloud-basierte Kassensysteme für Apple-Tablets und -Smartphones, die die Arbeitsabläufe in Restaurants, Cafés und Hotels vereinfachen sollen. Das schließt auch Zeiterfassungs-, Kundenbindungs- und Bezahlmodule ein.

Mit der Finanzierungsrunde macht das Unternehmen einen weiteren Schritt voran in seinem zweiten Leben. In den 90er-Jahren waren unter demselben Markennamen Bestellterminals und Software für PC-Kassen produziert und vertrieben worden. Kurz nach der Jahrtausendwende war ein geplanter Börsengang jedoch gescheitert und das Unternehmen aus der Öffentlichkeit verschwunden. Im Oktober 2011 wurden die Markenrechte von den Gründern zurückgekauft – seitdem arbeitet Gastrofix an cloud-basierten Lösungen. Nach Firmenangaben wurden bislang 10.000 Software-Lizenzen verkauft, 100 Mitarbeiter arbeiten aktuell für Gastrofix. Die letzte größere Finanzierung liegt knapp eineinhalb Jahre zurück: Im Oktober 2015 steckte Entrée Capital vier Millionen in das Unternehmen.

Jetzt beteiligt sich mit der Radeberger-Gruppe ein Tochterkonzern des Familienunternehmens Dr. Oetker. „In der Gastronomie wird zukünftig das Unternehmen Erfolg haben, das dem Betreiber das relevanteste Lösungspaket anbietet“, sagt Niels Lorenz, Sprecher der Geschäftsführung der Radeberger Gruppe.