Begehrtes Projektgeschäft: Unter dem Dach von Gastro Hero überlebt zumindest ein Teil des insolventen Start-ups Gastrando.

Gastro Hero übernimmt die Projektsparte des Münchner Start-ups Gastrando. Der Online-Fachhändler kauft die Abteilung aus einem laufenden Insolvenzverfahren heraus. Zum Kaufpreis macht die Firma auf Anfrage von WirtschaftsWoche Gründer keine Angaben.

Durch die Übernahme will Gastro Hero sein Geschäft mit der Planung von Großküchen stärken. Außerdem erhält das Dortmunder Start-up einen zusätzlichen Standort in München. Als Kerngeschäft verkauft Gastro Hero über sein Online-Portal Gastronomiebedarf wie Kühlschränke und Kochgeräte. Die Firma wurde 2013 gegründet und ist inzwischen in sieben europäischen Ländern aktiv. In der Dortmunder Zentrale arbeiten 130 Mitarbeiter.

Dagegen steckt Gastrando bereits seit Monaten in Schwierigkeiten. Wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung läuft seit August ein Insolvenzverfahren. Das Münchner Start-up hat sich auf die Planung und Beratung bei Großküchenprojekten spezialisiert. „Mit der Übernahme können wir unser Objektgeschäft und das angeschlossene Consulting, nicht zuletzt durch die starke Markenbekanntheit, auf eine neue Ebene heben“, wird Moritz Grumbach, Gründer und Geschäftsführer von Gastrando, in einer Pressemitteilung zitiert.

Gastronomie im Digitalisierungsfieber

Seit seiner Gründung im Jahr 2014 hat Gastrando unter anderem Investments von der Förderbank KfW und dem ehemaligen Metro-Konzern eingesammelt. „Gastrando hat sich von Beginn an im Markt intelligent positioniert und bringt die Kompetenzen sowie den nötigen Elan mit, auch weiterhin eine nachhaltige Wirkung zu erzeugen“, so Mark Baukmann, Geschäftsführer bei Gastro Hero.

Besonders gefragt sind in der Gastronomie aktuell Softwareanbieter wie das Berliner Start-up Gastrofix, das die Digitalisierung in der Branche voranbringen will. Eine vor Kurzem abgeschlossene Finanzierungsrunde hat den Berlinern insgesamt 15 Millionen Euro eingebracht.