Sie sind teuer, laut und unruhig und man ist umgeben von Nerds. Wirklich? Mindpsace-Gründer Dan Zakai räumt mit den Mythen über Coworking-Spaces auf. 

Vor zwei Wochen beschrieb unsere Kolumnistin Meike Haagmans in ihrer monatlichen Kolumne ihre Erfahrungen mit der Suche nach dem passenden Büro und kritisierte dabei auch die Tatsache, dass Coworking-Spaces so teuer seien. Die Reaktionen auf diesen Artikel waren sehr unterschiedlich, viele Leser konnten ihre Meinung teilen, andere waren überrascht über diese Einschätzung. So auch Dan Zakai, CEO und Gründer der Coworking-Spaces Mindspace.

Mythen über Coworking-Spaces gäbe es viele, sagt er – und hat sie für uns aufgeschrieben. 

Mythos 1: “Coworking-Spaces sind teuer”
Wenn man alle Extras eines modernen Büros geniessen möchte, aber die finanziellen Mittel knapp sind, ist Coworking eine attraktive Lösung. Schnelles Internet, Drucker, Konferenzräume, IT-Support und eine Kaffee-Flatrate sind nur einige der Vorteile des Coworkings. Hinzukommt, dass man keine langwierigen Verhandlungsprozesse mit Immobilienmaklern führen muss. Coworking-Betreiber bieten flexible Leistungspakete an – man zahlt nur das, was man wirklich benötigt. Zusätzlich kann man Orte, wie den Viktualienmarkt in München oder die Friedrichstraße in Berlin als seine Geschäftsadresse angeben. Und all das zu einem Bruchteil der regulären Marktpreise. Coworking-Spaces sind im direkten Vergleich günstiger, da Zusatzkosten, wie Reinigung, Steuern und Mobiliar bereits inkludiert sind. Aktuelle Studien zeigen, dass Unternehmen rund 40% ihrer Kosten, die mit ihrer Miete verbunden sind, durch die Nutzung von Coworking-Spaces einsparen können.

Mythos 2: “Coworking ist nur eine kurzfristige Lösung”
Das Schöne an Coworking-Spaces sind die flexiblen Rahmenbedingungen. Verträge können monatlich verlängert werden und Mitglieder können so lange bleiben, wie sie möchten! Das Ziel eines jeden Coworking-Spaces ist der Aufbau einer Gemeinschaft, die sich kennt, einander vertraut und inspiriert. Wie lange jeder einzelne von dieser Gemeinschaft profitieren möchte, kann er jedoch selbst entscheiden.

Mythos 3: “Coworking ist nur für Start-ups – nicht für Unternehmen”
Unternehmen nutzen Coworking-Spaces immer mehr – zum Beispiel für eigene Innovation Hubs, für Projekt-Teams, die neue Geschäftsfelder erschließen sollen oder für Teams in Städten, in denen die Firma nicht mit einem eigene Büro vertreten ist. Einer der Vorteile ist, dass Firmen ihre Teams in ein innovatives und kreatives Umfeld integrieren können, was zu neuen Ideen oder zu interessanten Kollaborationen innerhalb der Coworking-Community führen kann. Die individuell entworfenen Räumlichkeiten ermöglichen flexible Arbeitsmodelle und bieten Rückzugsorte, wie zum Beispiel voll ausgestattete Konferenzräume oder umgestaltete Telefonzellen für vertrauliche Gespräche. Nicht zu unterschätzen ist außerdem der Coolness-Faktor von Coworking-Spaces. Vor allem für Unternehmen aus traditionellen Branchen kann dies von Vorteil im Employer Branding und Recruiting sein.

Mythos 4: “Coworking-Spaces werden nur von Berufseinsteigern genutzt”
Auch wenn das Klischee etwas anderes besagt, Coworking ist nicht nur was für junge Hipster. Der besondere und moderne Flair von Coworking-Spaces hat zwar anfangs vor allem Freelancer und Start-ups angesprochen. Mittlerweile spricht genau dieses Ambiente aber auch Unternehmen an. Aktuelle Studien zeigen, dass weniger als 25% der Coworker Millenials sind. Sogar nur 10% der Mitglieder sind Freelancer und nur 15% arbeiten bei Start-ups. Dies zeigt, wie vielseitig die Coworking-Szene ist – sowohl beim Altersdurchschnitt als auch im Unternehmensstatus.