Zum Start der Spielemesse Gamescom loben Politiker die Innovationskraft der Branche. Auch Investoren suchen dort nach guten Deals, vor allem im E-Sport.

Die Spielebranche wird von Politikern zunehmend als Wirtschaftsfaktor anerkannt, aber auch die gesellschaftliche und innovative Kraft der Spiele selbst. Erstmals eröffnete deshalb Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) offiziell die Spielemesse Gamescom in Köln und strich dabei explizit die Bedeutung digitaler Spiele heraus.

Sie seien „Kulturgut, Innovationsmotor und Wirtschaftsfaktor von allergrößter Bedeutung“, sagte die Kanzlerin. Die Branche bezeichnetet sie als „starken Pfeiler der deutschen Wirtschaft“. Bis zum Samstag wird sich in den Messehallen sowie verteilt in Köln alles rund ums Spielen drehen. Rund 350 000 Fach- und Privatbesucher werden erwartet.

Unter Investoren werden vor allem Start-ups aus dem Bereich E-Sport immer beliebter, so eine Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC. Zu den wichtigsten Investoren im deutschen E-Sport gehörten Bitkraft und die Investitionsbank Berlin. Bei Bitkraft handelt es sich um einen Frühphaseninvestor, der sich auf elektronischen Sport spezialisiert hat.

Überschätzung des Marktes droht

Erst im April hat das Unternehmen einen Venture-Fonds eigens für Investitionsprojekte im E-Sport aufgelegt. Bitkraft-Gründer Jens Hilgers warnt allerdings vor zu hohen Erwartungen: „Das aktuell größte Risiko liegt meiner Meinung nach in einer Überschätzung des Marktes“, wird Hilgers in der PwC-Studie zitiert. „Der E-Sport wächst mit hohen und attraktiven Zuwachsraten und entwickelt sich stetig weiter – aber es gibt hier kein ‚explosionsartiges’ Wachstum.“

Deutschland sei ein starker Games-Markt, doch bei den hierzulande produzierten Spielen habe man das Nachsehen, sagte Felix Falk, Geschäftsführer des Branchenverbands BIU, der Deutschen Presse-Agentur. „Wir brauchen jetzt die richtigen Rahmenbedingungen.“ Erfreut zeigte sich Falk von dem großen Zuspruch auch von Bundestagsabgeordneten, die sich für eine bessere Entwicklungsförderung ausgesprochen haben. Bis zum Samstag haben sich zahlreiche Vertreter für einen Rundgang auf der Gamescom in Köln angemeldet. „Wir wollen ‚Games made in Germany’ zu einem echten Erfolgsschlager machen.“