Geld für das eigene Videospiel zu erhalten, bleibt schwierig. Auf der Gamescom haben Experten Tipps gegeben, wie die Finanzierung doch gelingen kann.

Der Traum vom eigenen Videospiel kann für Gründer schnell vorbei sein, wenn die Finanzierung nicht klappt. Doch wen können Start-ups ansprechen, wenn sie dringend eine Kapitalspritze benötigen? Auf der Spielemesse Gamescom in Köln haben sich gleich mehrere Diskussionsrunden und Vorträge mit diesem Thema beschäftigt.

In einem Punkt waren sich die Experten schnell einig: An Risikokapital zu gelangen, ist für Spieleentwickler in der Bundesrepublik schwierig. Nur selten tätigen Venture-Capital-Unternehmen hierzulande Zielinvestments in die Computer- beziehungsweise Videospiele-Industrie. Erst wenn sich herausstelle, dass ein Spiel Akzeptanz finde und sehr stark wachse, wird es laut Berthold von Freyberg, Partner des Venture Capitalists Target Partners, einfacher, Kapitalgeber ins Boot zu holen.

Risikokapital schwierig, Crowdfunding beliebt

Einigkeit bestand auf der Podiumsdiskussion unter dem Titel „Ohne Moos nix los?“ auch in dem Punkt, dass es mehr Kapitalgeber, aber vor allem auch mehr Erfolgsgeschichten aus Deutschland brauche. Wenn die Performance stimme, käme automatisch mehr Geld aus Deutschland und dem Ausland, so die Experten. Diesen Zusammenhang könne man an der E-Commerce-Branche sehen.

Doch wie kommen Gründer in der Spieleindustrie an Geld, wenn die Kapitalgeber zögern? Als eine Möglichkeit sahen die Diskussionsteilnehmer Stadtstaaten wie beispielsweise Hamburg oder Berlin, die für Gründer Vorteile böten, da die kleinen Bundesländer im Gegensatz zu normalen Städten auch Risikokapital an Start-ups vergeben dürfen.

Eine Lösung für die Gründer kann auch Crowdfunding sein. Auf den großen Crowdfundingportalen wie Kickstarter oder Indiegogo zählt Gaming zu einer der stärksten Kategorien. Der Erfolg ist aber kein Selbstläufer. Wichtig sei es, die Zielgruppe mit einem eigenen Marketingplan zu erreichen, argumentierten die Experten.