Mit Analysetechnik verbessern Fußballclubs ihr Spiel. Junge Unternehmen bieten die Technologie nun auch Amateuren an. Und einige bekannte Ex-Profis mischen dabei mit.

Von Manuel Heckel

In diesem Sommer wird die Fußballnationalmannschaft wieder im Fokus stehen – insgesamt aber sind es mehr als 150 000 Mannschaften, die in ganz Deutschland offiziell registriert sind. Diesen enormen Markt nehmen jetzt auch junge Unternehmen verstärkt in Angriff. Ihre gemeinsame Idee: Sie entwickeln Analyselösungen für Taktik und Training, die in der Bundesliga mittlerweile schon zum Standard gehören – und machen es mit angepassten Preisen auch für die kleineren Teams und zahlreichen begeisterten Amateure quer durch das Land attraktiv. Was der Softwaregigant SAP als Datenlieferant und -analyst für die deutsche Nationalmannschaft leistet, wollen andere Unternehmen für Vereine aus den Kreis- und Bezirksligen dieses Landes liefern.

Die Nachfrage ist da: Bei über 6000 Mannschaften sei man bereits im Einsatz, verrät etwa Alexander Bitzke, Gründer von Fubalytics. Das Unternehmen hat eine Software zur Videoanalyse entwickelt, die auch Hobby-Fußballern die Technologie bieten soll, mit der sonst nur die Profis arbeiten.

Die junge Firma setzt im Moment auf ein sehr breites Angebot: „Wir eruieren erst alle Möglichkeiten und entwickeln dann neue Produkte. Nur die lukrativsten Produkte behalten wir im Portfolio und entwickeln wir weiter“, sagt Bitzke. Zum einen wird die Videosoftware als White-Label-Lösung für Klubs und Verbände angeboten. Jüngst hat etwa der Bayrische Fußball-Verband dies genutzt: Die Vereine können jetzt die App nutzen, um ihre Spielberichte im Internet per Klick aufs Smartphone mit besonderen Spielszenen aus ihren Begegnungen zu veredeln.

Analyseblick von außen

Wer noch einen Schritt weitergehen will, kann auch noch die Analysepakete dazu buchen, umso besser für das nächste Mannschaftstraining gerüstet zu sein. Als drittes Standbein bietet Fubalytics sogar an, dass eigene Scouts den Profivereinen zuarbeiten und beispielsweise mit Videoanalysen Aufschlüsselungen der Stärken und Schwächen von kommenden Gegnern liefern. „„Der Blick von außen ist da sehr wichtig – also nicht immer den gleichen internen Abläufen nachgehen. Sich ab und an selber zu hinterfragen, ermöglicht es die letzten paar Prozent rauszuholen”, sagt Bitzke.