Das in Berlin ansässige Gebrauchtwagen-Portal ist vor allem in Schwellenländern tätig. Aus Südafrika kommt jetzt eine hohe achtstellige Finanzierung. Nicht die erste in diesem Jahr.

Der Hauptsitz ist in Berlin, die eigentlichen Märkte liegen viele tausend Kilometer entfernt: Die vor etwa zwei Jahren gegründete Frontier Car Group (FCG) betreibt in Nigeria, Mexico, Chile, der Türkei, Pakistan und Indonesien Portale, über die gebrauchte Fahrzeuge gehandelt werden.

Jetzt hat das Start-up umgerechnet 75 Millionen Euro von dem südafrikanischen Medienkonzern Naspers erhalten. Über das Investment hatte zuerst die britische Financial Times (€) berichtet. Der neue Geldgeber setzt vor allem auf das Potenzial des afrikanischen Marktes. Laut des Berichts plant FCG nach Nigeria auch eine Expansion nach Kenia, Ghana und eben Südafrika.

Nach eigenen Angaben sind über 600 Mitarbeiter in den sechs Märkten für das junge Unternehmen tätig. Sie sind unter anderem auch in etwa 100 Inspektionsstellen tätig, an denen Käufer und Verkäufer die gebrauchten Autos überprüfen lassen können. Die IT-Plattform selbst wird von weiteren Mitarbeitern in Berlin betrieben und entwickelt.

Hohe Einsätze auf dem Automarkt

Das aktuelle Investment ist bereits die dritte achtstellige Finanzierungsrunde in diesem Jahr. Im Februar hatte der Risikokapitalgeber Echo VC+ und andere knapp 19 Millionen Euro in das Start-up gesteckt, Anfang Mai waren noch einmal knapp 50 Millionen Euro dazugekommen, unter anderem von Balderton Capital und TPG Growth. Umgekehrt hatte sich FCG selbst wiederum in diesem Jahr über Finanzierungsrunden an verschiedenen Gebrauchtwagenplattformen, etwa in Pakistan oder in Indonesien beteiligt.

Die Höhe der investierten Beträge und die schnelle Abfolge der Transaktionen zeigt, mit welcher Macht sich Technologieunternehmen den lukrativen Automarkt global sichern wollen. Mit vergleichbarem Konzept, aber anderen Zielmärkten, ist etwa das ebenfalls in Berlin ansässige Unternehmen Auto1 unterwegs, welches Anfang des Jahres die Rekordfinanzierung von 460 Millionen Euro verbuchte – das Geld stammte unter anderem vom japanischen Technologiekonzern Softbank.