Der digitale Energieversorger Fresh Energy erhält eine Anschubfinanzierung. Das Berliner Start-up setzt auf die Unterstützung etablierter Branchenvertreter.

Ökostrom, Smart Meter, Verbrauchsübersicht via Smartphone, monatsgenaue Abrechnung: Das Berliner Start-up Fresh Energy will sich als komplett digitaler Energieversorger etablieren. Auf diesem Weg sammelt das Unternehmen jetzt eine Seed-Finanzierung in Höhe von drei Millionen Euro ein. Das Geld stammt vom Innogy Innovation Hub, einer Einheit des ehemaligen RWE-Konzerns.

Die Leitung zu dem Essener Energiekonzern, der sich im September in Innogy umbenannt hat, ist kurz: Der Strom selbst wird über von Eprimo bereitgestellt und verkauft – der Versorger ist 2007 als Discount-Vertrieb von RWE gegründet worden. In der Konzernzentrale in Essen glaubt man an das neue Modell: „Hier geht es um die Zukunft der Energiebranche. Und da wollen wir natürlich dabei sein“, sagt Thomas Birr, Leiter des Innogy Innovation Hub. Die Smart-Meter, intelligente und vernetzte Stromzähler, stammen vom Aachener Anbieter Discovergy.

Digitaler Zugang zum Stromkunden

Das frische Kapital will Fresh Energy vor allem für das Wachstum nutzen. Das Start-up mit aktuell 13 Mitarbeitern konzentriert sich laut eigener Aussage auf das Kundenerlebnis – der gesamte Austausch über Verbrauch und mögliche Einsparungen soll über das junge Unternehmen laufen. „Dank des neuartigen Konzepts ist esmöglich, den Kunden innovative Mehrwertleistungen zu bieten und die Energiewende bedeutend voranzutreiben”, sagt Investorenvertreter Birr über das Modell, das von den Gründern Christian Bogatu (vormals Gründer beim Start-up Kiwi) und Daniel von Gaertner (vormals RWE) aufgebaut wurde.

Seit März 2017 können sich Nutzer bei Fresh Energy registrieren – zur aktuellen Zahl der Kunden will das Start-up jedoch keine Auskunft geben. Nur so viel: Man könne dank der Partner bereits mit den anonymisierten Verbrauchsdaten von etwa 10 000 Nutzern arbeiten, um die Vorhersagen über mögliche Verbräuche zu verbessern, heißt es auf Anfrage von WiWo Gründer.