Auf der CeBIT findet ein Pitch der besonderen Art statt, der Founders Fight Club. Wir waren beim Schlagabtausch im Boxring dabei.

Schon der erste Schlag ist ein Volltreffer. Rike Brand steht im Boxring und geht auf ihren Gegner los. “Als ich nach drei Google-Suchen endlich eure Seite gefunden habe, waren da nur Sprachblasen und Tippfehler”, schleudert sie dem Mann im blauen Hemd entgegen. Das hat gesessen.

Es läuft die zweite Runde im Founders Fight Club, einem Start-up-Pitch der etwas anderen Art. Statt wie üblich ihre Geschäftsideen in drei oder fünf Minuten auf der Bühne vor einer Jury mit Folien anzupreisen, stehen sich zwei Gründer im Ring gegenüber. In der ersten Runde präsentieren sie auch hier ihre Idee. David Son stellt Wirecloud vor, das Start-up verkauft cloudbasierte Telefonanlagen. Das würden in Deutschland erst fünf Prozent der Unternehmen nutzen, europaweit seien es hingegen 20 Prozent. Und da nun auch die Telekom ins Geschäft einsteige, erwarte er ein enormes Wachstum.

„Weder vertrauenswürdig noch zukunftsweisend, sondern nur billig”

Founders-Club-Macher Jan Küster gibt Ringrichter und Nummerngirl – wobei ein iPad die Rundenzahl anzeigt und den Gong abspielt. Dann geht es zur Sache. Die Gründer dürfen sich gegenseitig attackieren, verbal versteht sich, doch dabei sind auch Schläge unter die Gürtellinie erlaubt. Und davon macht Rike Brand regen Gebrauch. “Was ihr macht ist weder vertrauenswürdig noch zukunftsweisend, sondern nur billig”, giftet die Frau mit der modischen Kurzhaarfrisur. “Uuuhh”, johlt das um den Ring sitzende Cebit-Publikum. Wenn zudem die Telekom in den Markt dränge, könne er maximal ein Taschengeld verdienen. Son ist da im Prinzip schon K.O.

Er darf sich dann verteidigen und selbst eine Attacke gegen Brand starten, die mit ihrem Start-up Sinn Power Wellenkraftwerke entwickelt. Doch so richtig gelingt das nicht. In der dritten Runde wird es dann nochmal etwas klassischer, hier stellt dann eine Jury Fragen an die Kandidaten. Und entscheidet dann über den Sieg: Und der geht, na klar, an Rike Brand. “Das hat heute gar nicht funktioniert”, räumt der Wireclod-Gründer ein, “das hat aber auch an meiner harten Gegnerin gelegen.”

Genau das macht den Reiz des Formats aus. Während Juroren bei manch anderen Pitches oft zu diplomatisch sind und allzu harte Fragen scheuen, wollen die Start-ups im Fightclub in die nächste Runde kommen und schenken sich dementsprechend nichts.