In einer aktuellen Umfrage berichten Start-ups von einem verbesserten Zugang zu Kapitalgebern. Wichtiger wird die Zusammenarbeit mit etablierten Firmen.

Start-ups in Deutschland werden bei ihrer Finanzierung immer innovativer. Schon jetzt nutzen fünf Prozent aller jungen Unternehmen neue Kapitalquellen wie Crowdfunding und Kreditplattformen. Das zeigt eine Umfrage der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC unter 450 deutschen Start-up-Unternehmern. Sechs von zehn Befragte haben demnach Bankkredite in Anspruch genommen, jeder vierte nutzt öffentliche Fördermittel.

Die wichtigste Finanzierungsquelle bleiben mit 84 Prozent zwar Eigenmittel, also private Ersparnisse oder Geld aus dem Freundes- und Bekanntenkreis. Aber: Die breite Palette an Kapitalisierungsmöglichkeiten sorgt dafür, dass sich nur noch jedes fünfte Start-ups komplett aus Eigenmitteln finanzieren muss. Bei einer ähnlichen PwC-Umfrage im vergangenen Jahr waren es noch 27 Prozent. Der Mix aus Eigen- und Fremdfinanzierung stieg zeitgleich von 53 auf 65 Prozent.

„Das zeigt: Wer eine überzeugende Geschäftsidee vorlegt, hat gute Chancen, jemanden zu finden, der ihn bei der Finanzierung unterstützt“, sagt Philipp Medrow, Leiter der PwC Start-up-Initiative Next Level. Die Überzeugungsarbeit ist bei den Kapitalgebern aber nicht einfach. Rund die Hälfte der Befragten gab an, dass sie sehr oder eher schwierig gewesen sei – vor allem deshalb, weil das Geschäftsmodell nicht richtig vermittelt werden konnte oder die Unternehmensplanung zu kurzfristig war.

Kooperationen gewinnen an Bedeutung

Immer wichtiger für Unternehmensgründer werden Kooperationen: Bereits jedes zweite deutsche Start-up arbeitet der Umfrage zufolge mit mindestens einem etablierten Unternehmen zusammen. 16 Prozent unterhalten Arbeitsverbindungen mit wissenschaftlichen Einrichtungen, 13 Prozent mit anderen Start-ups. Leicht zugenommen haben Kooperationen mit Beratungsgesellschaften, strategischen Investoren und staatlichen Institutionen. Nur 28 Prozent der befragten Start-ups verzeichten komplett auf die Zusammenarbeit mit anderen.

„Ich kann Gründern nur empfehlen, Kooperationen einzugehen“, rät Medrow. „Die Zusammenarbeit vor allem mit etablierten Unternehmen ermöglicht es Start-ups, sich auf ihr Kerngeschäft, ihre Kunden und ihre Produkt- oder Geschäftsidee zu konzentrieren und für andere Aufgaben auf bereits bestehende Infrastrukturen zuzugreifen.“ Voraussetzung dafür sei allerdings eine gute Vorbereitung. Auch klare Absprachen hält Medrow für nötigt. „Die Beteiligten müssen an einem Strang ziehen.“

PwC hat die Start-ups außerdem ausführlich zu Standortbedingungen befragt. Die Ergebnisse sind gestern bereits bekanntgeworden.