Flixbus ist zum dominanten Fernbus-Anbieter aufgestiegen. Doch ein Börsengang ist für das Start-up kein Thema.

Es gibt wenige Start-ups, die in so kurzer Zeit einen Markt so aufgerollt haben, wie Flixbus. Die Münchner hatten vergangenes Jahr zunächst den Konkurrenten MeinFernbus übernommen, dann das Deutschland-Geschäft von Megabus und nun den Postbus.

Die beiden letzten Zukäufe bringen dem Unternehmen nach eigenen Angaben Mehreinnahmen von 45 bis 50 Millionen Euro jährlich. Vor allem aber wird Flixbus so beinahe zum Monopolisten: Das Start-up hat nun einen Marktanteil (gemessen an Fahrplankilometern) von 80 Prozent. Kartellrechtlich bereitet das Geschäft keine Probleme, da die geltende Umsatzschwelle von 500 Millionen Euro jährlich nicht erreicht wird.

Zum Start der Liberalisierung 2013 war der Markt zersplittert, laut Iges-Institut gab es 47 Anbieter. Im Juni 2016 waren es noch 31, die meisten davon sind aber kleinere Fernbusanbieter, die zum Teil nur wenige Strecken befahren.

Größter verbliebener Konkurrent ist ausgerechnet die Bussparte der Bahn, die lange dafür gesorgt hatte, dass der Fernbusmarkt verschlossen bleibt. Doch Flixbus-Geschäftsführer André Schwämmlein schließt selbst einen Kauf des Busgeschäfts der Bahn nicht aus. „Grundsätzlich werden wir mit jedem reden, der auf uns zukommt, egal wer er ist“, sagte er der Nachrichtenagentur Reuters. Bahnchef Rüdiger Grube hatte kürzlich gesagt, er werde den “Blödsinn” auf dem Busmarkt nicht mehr mitmachen und dieses Jahr noch Entscheidungen fällen.

Eigentlich wäre Flixbus mit seinem Siegeszug auch ein Kandidat für die Börse, zumal das Geschäft international deutlich ausgebaut werden soll. Doch das nötige Geld dafür will sich das 2011 gegründete Unternehmen anderweitig besorgen. „Für uns ist es leichter, Geld auf dem privaten Kapitalmarkt zu bekommen“, sagte Schwämmlein im „Handelsblatt“. „Ein IPO ist da nicht nötig.“