In seinem neuen Buch „Das 4-Stunden-Start-up“ propagiert Felix Plötz den Unternehmensaufbau im festen Job. Wir haben mit dem Autor über seinen gewagten Ansatz gesprochen.

Von Katja Scherer

Felix Plötz, 32, arbeitete in einem Großkonzern, als er nebenher sein erstes Unternehmen gründete. Das lief so gut, dass er anderthalb Jahr später seinen festen Job aufgab und seine eigenen Wege ging. Sein zweites Unternehmen, das Verlags-Start-up Plötz & Betzholz, gewann im vergangenen Jahr gegen 130 internationale Konkurrenten die „Wildcard“ der Frankfurter Buchmesse.

Plötz ist als Vortragsredner und Autor zum Thema Selbstständigkeit und Unternehmergeist in ganz Deutschland unterwegs. Am heutigen Freitag erscheint sein neues Buch „Das 4-Stunden-Start-up“.

WirtschaftsWoche Gründer: Herr Plötz, mit vier Stunden Arbeit pro Woche ein erfolgreiches Start-up zu gründen: Ist das nicht völlig unmöglich?
Felix Plötz: Der Titel ist natürlich zugespitzt. Mit nur vier Stunden Arbeit pro Woche wird es schwierig. Worauf ich hinaus will, ist aber, dass niemand sofort seinen Job kündigen muss, nur weil er ein Start-up gründen will. Im Gegenteil: In vielen Fällen ist es besser, zunächst einmal neben der Arbeit anzufangen.

Warum das denn? Wenn ich mich voll auf mein Start-up konzentriere, habe ich doch eine viel größere Chance, erfolgreich zu sein.
Das mag sein. Aber dann ist auch der Druck viel größer, erfolgreich sein zu müssen. Und gerade die Angst vor dem Scheitern hält viele Menschen davon ab, ihre Träume in die Tat umzusetzen. Ich bin selbst nicht gerade risikoaffin und hätte mich früher nie getraut, von einem Tag auf den anderen alles hinzuschmeißen und von vorne anzufangen.

„Wir wollen unser Leben so geil wie möglich machen“

Cover von „Das 4-Stunden-Start-up“. (Copyright: Ullstein)

Cover von „Das 4-Stunden-Start-up“.
(Copyright: Ullstein)

Stattdessen haben Sie neben Ihrem Konzernjob angefangenen, ein Fahrtraining für Spritspartechnik aufzubauen. Was war Ihre Motivation?
Ich habe damals als Vertriebsmanager für einen internationalen Konzern gearbeitet, hatte Verantwortung für sieben Länder und Auftragseingänge im Wert von 30 Millionen Euro. Ein guter Job, aber nach ein paar Jahren kam mir mein Leben wahnsinnig eindimensional vor. Jeden Tag durchackern, auf ein Meeting folgte das nächste. Wir haben heute den Anspruch, unser Leben so geil wie möglich zu machen. Dafür sind Konzernjobs nicht unbedingt geschaffen. Ich wollte mehr: neue Talente entdecken, echte Herausforderungen erleben. Trotzdem habe ich meinen alten Job vorerst behalten. Als Sicherheitsnetz sozusagen.

Eine Art Light-Version des Gründens also…
Es wird immer so dargestellt, als müsse das eine Entweder-oder-Entscheidung sein: Gründen oder fester Job. Aber das ist es nicht. Wer neben der Arbeit startet, kann in Ruhe erste unternehmerische Erfahrungen sammeln und herausfinden, ob die eigene Idee am Markt trägt. Und wenn man dann feststellt: Ja, sie trägt. Dann kann man richtig loslegen.