Hochschulabsolventen und Studierende sind so gründungsfreudig wie nie. 2015 stieg die Zahl der Exist-Gründerstipendien um 40 Prozent. 

Der momentane Gründerboom spiegelt sich auch im Förderprogramm Exist des Bundeswirtschaftsministeriums: 2015 stieg die Zahl der vergebenen Gründerstipendien um 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Seit dem Start des Programms wurden pro Jahr durchschnittlich 150 Start-up-Gründungen gefördert, 2015 waren es 199, erklärte das Bundeswirtschaftsministerium auf Anfrage. Die Fördersumme betrug 54,8 Millionen Euro – ein Zuwachs von 34 Prozent. In den fünf Jahren davor lag der Betrag zwischen 31 und 41 Millionen Euro.

Bei Exist werden Studierende und Hochschulabsolventen unterstützt, die ein Unternehmen gründen möchten. Die Förderbeträge wurden Ende 2014 aufgestockt. Seither gibt es für ein Jahr bis zu 3000 Euro pro Monat für den Lebensunterhalt. Den Höchstbetrag bekommen Promovierte, für Absolventen sind es 2500 Euro und Studierende 1000 Euro. Dazu kommen Sachmittel von bis zu 30 000 Euro.

Jeder zweite Exist-Antrag hat Erfolg

„Gestiegen sind nicht nur die Bewilligungszahlen sondern auch die Antragszahlen“, erklärt das Wirtschaftsministerium. Man wähle jedoch weiterhin nur die besten, innovativsten und technologisch anspruchsvollsten Vorhaben aus. „Copy-Cat-Geschichten oder irgendwelche Onlineshops gehen nicht mehr“, erläutert Thomas Großmann, einer der Verantwortlichen für das Projekt. Trotzdem ist die Erfolgsquote im Vergleich zu anderen Finanzierungswegen enorm hoch. „Etwa die Hälfte der Anträge wird bewilligt“, sagt Großmann.

Einen ähnlichen Anstieg gibt es auch beim Exist Forschungstransfer, mit dem Wissenschaftler dabei unterstützt werden, Geschäftsideen zu Forschungsprojekten zu entwickeln und dazu Unternehmen zu gründen. Bislang wurden durchschnittlich 25 Vorhaben pro Jahr gefördert, 2015 waren es 44.

Ein Grund für das gestiegene Interesse dürften die gestiegenen Fördermittel sein: Beim Exist-Forschungstransfer wurde der Zuschuss von 70 000 auf bis zu 250 000 Euro im Regelfall verdreifacht.