Das Online-Umzugsunternehmen Movinga erhält eine siebenstellige Summe von Global Founders Capital, an dem auch die Samwer-Brüder beteiligt sind.

Erst vor zwei Wochen hatte das Berliner Start-up Movinga eine siebenstellige Finanzierungsrunde von Earlybird Venture Capital, Heilemann Ventures und verschiedenen Business Angels abgeschlossen. Nun erhält die Umzugsplattform erneut frisches Kapital. Dieses Mal sind auch die Brüder Oliver und Marc Samwer über Global Founders Capital an der Runde beteiligt. Mit der siebenstelligen Summe will Movinga im Winter 2015 nach Italien, Belgien, die Niederlande, Luxemburg und nach Skandinavien expandieren. Schon jetzt hält das Start-up nach eigener Aussage die Marktführerschaft in fünf Ländern.

„Movinga hat in wenigen Monaten den europäischen Umzugsmarkt revolutioniert. Wir freuen uns, das Unternehmen bei seinem rasanten Wachstum unterstützen zu können und durch unsere Investition die Expansion in weitere Märkte zu beschleunigen“, sagt Rocket-Chef Oliver Samwer, der, genau wie Marc Samwer, am Global Founders Capital beteiligt ist.

Das Start-up Movinga wurde erst im Januar 2015 gegründet und konnte nach eigenen Angaben bereits mehr als eine Million Kartons bewegen und einen achtstelligen Umsatz erwirtschaften. Für Movinga arbeiten knapp 200 Mitarbeiter. Es ist allerdings nicht das einzige Unternehmen auf dem Markt: Erst Anfang August gründeten Carsten Bild und Maximilian Lanig das Start-up Movago – ebenfalls in Berlin. Mitte August folgte die erste Finanzierungsrunde, die übrigens fast zeitgleich mit der von Movinga bekannt gegeben wurde. Die Gemeinsamkeit: Beide Start-ups reichen über ihre Plattform Umzugsaufträge an Partnerunternehmen weiter – und konkurrieren auf den gleichen Märkten.

Dabei gilt der Umzugsmarkt als „längst gesättigt“, wie Dierk Hochgesang, Geschäftsführer des Bundesverbands Möbelspedition und Logistik (AMÖ), in einem früheren Gespräch mit WirtschaftsWoche Gründer sagte. Seit Jahren erlebe er Unternehmen, die aufgingen wie ein Stern und genauso schnell wieder verglühten. „Zu viele glauben, sie hätten mit ihrer Idee den Stein der Weisen gefunden“, sagt Hochgesang. Geschürt werde diese Naivität vor allem durch die Größe des deutschen Marktes.

Mehr als neun Millionen Bundesbürger ziehen jedes Jahr um, so eine Studie der Umzug AG, einem Institut für Umzugsmarktanalysen. Fast sieben Milliarden Euro geben sie dabei für umzugsnahe Kosten aus.