Das Kölner Unternehmen hat 365.000 Euro von privaten Investoren eingesammelt – und will nun zusätzlich Geld über eine Crowdinvesting-Kampagne einwerben.

Das Kölner Start-up Evy Solutions, das eine auf künstlicher Intelligenz basierende Texterkennung entwickelt hat, sammelt in einer ersten Finanzierungsrunde 365.000 von privaten Investoren ein, die aus dem Umfeld des Co-Gründers und Geschäftsführers Michael Vogel stammen.

Der Rest der Wachstumsfinanzierung – 300.000 Euro – soll über eine Crowdinvesting-Kampagne eingenommen werden, die bereits angelaufen ist.

Erweiterung des Teams geplant

Man habe sich bewusst gegen eine Mehrere-Millionen-Euro-Finanzierungsrunde und eine schnelle europaweite Expansion entschieden, stattdessen wolle man die Skalierbarkeit des Geschäftsmodells nutzen, um schnellstmöglich profitabel zu werden und dann aus eigener Kraft zu wachsen, heißt es in einer Pressemitteilung.

„Grundsätzlich halte ich es für sinnvoll, nicht alles auf einen Finanzierungsweg zu setzen. Darüber hinaus wollen wir gerade in unserer noch sehr frühen Phase auch operativ Flexibilität und kurze Entscheidungswege behalten. Gerade bei staatlichen Investoren oder größeren privaten Adressen sind die Entscheidungsprozesse oft sehr lang”, begründete Michael Vogel, der selber lange Jahre als Business Angel aktiv war, das Vorgehen auf Nachfrage von WirtschaftsWoche Gründer.

Digitale Nomaden und Freiberufler als Nutzer

Mit dem geplanten Finanzierungsvolumen von insgesamt 665.000 Euro soll bereits im kommenden Jahr der Break-even erreicht werden. Außerdem soll das Geld in die Erweiterung des zurzeit sechsköpfigen Teams fließen: „Neben meinem Mitgründer Arian Storch, der die künstliche Intelligenz entwickelt hat, haben wir eine weitere Softwareentwicklerin. Dies ist zu wenig, um die aktuellen Anfragen schnell abarbeiten zu können. Daher wollen wir kurzfristig vier bis sechs weitere Softwareentwickler einstellen“, so Vogel.

Evy Solutions wurde 2017 nach mehrjähriger Entwicklungsarbeit von Michael Vogel und Arian Storch gestartet. Die Software soll Nutzern den Umgang mit Dokumenten erleichtern, indem sie Schlüsselinformationen aus Briefen, Email, Rechnungen, Verträgen oder Lieferscheinen vollautomatisch auswertet und verarbeitet. Der Nutzer erhält anschließend Handlungsempfehlungen in einer App. Eigenen Angaben zufolge hat das Unternehmen derzeit 1.000 Kunden, darunter überwiegend digitale Nomaden und Freiberufler. Auch Unternehmen nutzen die Software: „Im B2B-Bereich erhalten wir pro Jahr bis zu acht Millionen Dokumente per Post oder in der Cloud“, so Vogel. Um welche Firmen es sich handelt, wollte er nicht verraten. Darüber sei Stillschweigen vereinbart worden.