Suchen Sie aktuell – ein gutes halbes Jahr nach der Aufzeichnung – noch einen Investor?
Nach der Show war uns klar, dass wir erst einmal weiter aus eigener Kraft wachsen müssen. Wir haben seither technisch einiges optimiert und unsere Suchmaschine weiterentwickelt. Für die nächsten Schritte wäre ein Investor aber sehr hilfreich. Einerseits brauchen wir Kapital, um schneller wachsen zu können. Andererseits erhoffen wir uns, von dem Wissen eines Investors zu profitieren.

Was sind denn die nächsten Schritte, die Sie angehen wollen?
Der wichtigste Schritt ist ganz klar die Internationalisierung. Wir bekommen schon jetzt viele Anfragen aus dem Ausland – sowohl von Händlern als auch von Nutzern. Das Geschäft wollen wir nun systematisch aufbauen, zumal sich auch schon erste Nachahmer auf dem Markt positionieren. Außerdem wollen wir die Produktpalette erweitern, etwa um Sportschuhe. Sneaker waren erst der Anfang.

Wie kamen Sie überhaupt auf die Idee zu Everysize?
Wir sind selbst Sneaker-Fans und uns hat extrem gestört, dass man oft eine ganze Reihe von Shops durchforsten muss, bis man sein Wunschmodell in der passenden Größe gefunden hat. Auch bei Preisvergleichsportalen fehlt ein entsprechender Filter.

Wie entwickeln sich die Umsätze von Everysize? Können Sie inzwischen von der Idee leben?
Wir werden in diesem Jahr einen Umsatz von über 500.000 Euro erzielen. Nach Abzug aller Kosten bleibt ein Gewinn. Mein Mitgründer Pascal Prehn und ich konzentrieren uns komplett auf Everysize. Der dritte Gründer – mein Bruder Eugen – arbeitet mit seiner Firma auch weiter für andere Kunden. Insgesamt sind wir nun sechs Leute im Team.

Sie haben bislang 42 Händler auf Ihrer Plattform eingebunden, die vergleichsweise hohe Preise für generierte Clicks bezahlen – unabhängig davon, ob anschließend ein Kauf tatsächlich zustande kommen. Warum ist das Modell für die Händler überhaupt attraktiv?
Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kauf stattfindet, ist sehr hoch. Denn die Kaufentscheidung trifft der Kunde in der Regel schon bei Everysize. Das relativiert auch die Kosten – um dasselbe Ergebnis etwa mit Google Adwords zu erzielen, müssen Händler mehr Geld auf den Tisch legen.

Investieren Sie inzwischen selbst auch ins Marketing?
Ja, wir haben die Budgets da ordentlich aufgedreht. Besonders Facebook und Instagram sind für uns sehr relevante Kanäle. Wichtig ist aber nach wie vor die Mund-zu-Mund-Propaganda. Wir sind in der glücklichen Lage, sehr treue Nutzer zu haben – jeder zweite kommt wieder zu uns zurück. Das zeigt uns auch, dass wir mit unserer Idee richtig liegen.