In der „Höhle der Löwen“ wollte das Start-up Einhorn Frank Thelen und Co. verzaubern. Ganz klappte das nicht, die Gründer zeigen sich nach der Sendung dennoch zufrieden.

So viel gelacht wie am Dienstagabend wurde in der Start-up-Sendung „Die Höhle der Löwen“ selten. Grund dafür war der Auftritt des Start-ups Einhorn. Die beiden Gründer, Philip Siefer und Waldemar Zeiler, stellten sich mit Einhorn-Kostümen vor die Investoren und präsentierten ihre nachhaltigen Kondome. Ob Frank Thelen, Lencke Steiner oder Judith Williams – sie alle mussten über den Vortrag des Start-ups schmunzeln. Manche Doppeldeutigkeiten ließen sich da nicht vermeiden – von Williams’ „Ich würde euch gerne noch mal treffen, aber ohne Kondome“ bis hin zu Steiners „Jetzt zeigt doch mal eure Wunderwaffen“.

Das Start-up Einhorn nutzt die Werbung durch die „Höhle der Löwen“ für einen Sonderdeal. (Foto: Screenshot)

Das Start-up Einhorn nutzt die Werbung durch die „Höhle der Löwen“ für einen Sonderdeal.
(Foto: Screenshot)

Dass die beiden Gründer aber Geschäft und soziale Verantwortung miteinander verbinden und die Hälfte ihres Gewinns spenden wollen, gefiel den „Löwen“ weniger gut. Obwohl sie in der vergangenen Sendung noch ganz nachhaltig Bäume pflanzen wollten, konnte sich für die Idee von Einhorn keiner der Investoren begeistern. Die „Einhörner“ nahmen es gelassen und nutzten die Aufmerksamkeit aus der Sendung stattdessen mit einer frechen Grafik der „Löwen“ für ihren Onlinehshop. Für den obligatorischen Kundenansturm nach der Ausstrahlung, von dem auch andere Start-ups schon profitierten, packten die Gründer und ihre Mitarbeiter bereits in der vergangenen Woche die ersten Kondompakete zusammen. Die größte Sorge: Dass die Produkte zu schnell ausverkauft sind.

WirtschaftsWoche Gründer hat mit Einhorn-Gründer Philip Siefer darüber gesprochen, wie er selbst die Aufzeichnung und die Ausstrahlung erlebt hat und wie es nun für das Start-up weitergeht.

WirtschaftsWoche Gründer: Herr Siefer, in der „Höhle der Löwen“ haben Sie am Dienstag keinen Deal bekommen – das wussten Sie schon vorher. Was Sie nicht wussten, war, wie Ihr Pitch in der Sendung zusammengeschnitten wird. Sind Sie mit dem Ergebnis zufrieden?
Philip Siefer: Wir sind unfassbar zufrieden! Wir habe einen guten Pitch gegeben und unsere Werte kommuniziert. Dass die Löwen noch nicht bereit sind für 50 Prozent Reinvest und echte Nachhaltigkeit finden wir schade, aber wir freuen uns auf das, was da kommt!

„Normalerweise werden wir nicht gefilmt“

Die Sendung wurde bereits vor einem halben Jahr aufgezeichnet. Wie haben Sie den Dreh empfunden?
Das war schon eine krasse Situation. Wir haben ja schon ein paar TV-Erfahrungen gesammelt, unter anderem beim „Kampf der Start-ups“ im ZDF und bei RTL2. Aber die „Höhle der Löwen“ war doch noch mal ganz anders. Wir wurden die ganze Zeit abgeschirmt, damit wir ja nicht die „Löwen“ sehen. Wir hatten sogar einen Aufpasser, weil wir ständig verschwunden sind und unseren Pitch noch mal geübt haben. (lacht)

Und wie war es, als Sie den „Löwen“ dann gegenüber standen?
Wir sind ja in voller „Einhorn“-Montur vor den Investoren aufgeschlagen. Und da ist uns ganz gut die Pumpe gegangen. Wir haben zwar beide schon vor Investoren gepitcht, aber normalerweise werden wir dabei nicht gefilmt und normalerweise gucken sich das auch nicht zwei Millionen Leute an. Aber die Zeit verging dann wie im Flug, der ganze Pitch fühlte sich wie zwei Minuten an.