US-Promis lieben die Berliner App Dubsmash. Nun soll die Karaoke-Spielerei zum Video-Messenger für jedermann werden. Und so zur Konkurrenz für Snapchat oder WhatsApp.  

Es geschieht nicht oft, dass eine deutsche Smartphone-App in der ältesten Unterhaltungssendung der USA präsentiert wird. Dubsmash wurde diese Ehre zuteil: In seiner „Tonight Show“ nutzte Moderator Jimmy Fallon das Programm kürzlich mit Stargast Penelope Cruz. Die Schauspielerin und der Late-Night-Talker filmten sich mit Dubsmash dabei, wie sie bekannte Film-, oder TV-Zitate nachsprachen. Das Ergebnis: Videos von Cruz und Fallon, unterlegt mit dem Ton eines populären Originalspruchs aus der US-Version der Serie „Frauentausch“.

Mit diesen Videos im Karaokestil ist Dubsmash schnell groß geworden: Mehr als 100 Millionen Menschen in 192 Ländern haben das Programm heruntergeladen. Dabei ist die App international erfolgreicher, als in der Heimat. Ein Viertel der Nutzer kommt aus den USA, Superstars wie Rihanna, Justin Bieber, Jennifer Lopez oder Ben Stiller gehören zu den Fans. Auch in Indien ist Dubsmash extrem populär, Deutschland liegt dagegen nur auf Rang Sechs der Nutzerzahlen.

Der Erfolg ruft Nachahmer hervor: So ist Musical.ly derzeit eine der angesagtesten Apps bei US-Teenagern, die damit Musik-Karaoke-Videos erstellen. Doch die Dubsmash-Gründer haben sich ganz andere Gegner ausgeguckt: WhatsApp und Snapchat. Denn sie haben ihr Programm vom Karaoke-Filmstudio zu einem Video-Messenger erweitert.

Dubsmash: Videos statt Emojis

Bisher wurden die Videos über andere Netzwerke wie Facebook oder Youtube geteilt, mit der neuen Version bietet Dubsmash seinen Nutzern eine eigene Plattform. Dort können sie ihre Kreationen mit Freunden oder in Gruppen teilen. „Wir haben 500 000 Freundesanfragen pro Tag, jede Sekunde werden zwei Videos hochgeladen“, sagt Gründer Jonas Drüppel.

„Videos werden in den nächsten fünf Jahren zur dominierenden Kommunikationsform“, ist Drüppel überzeugt. Genau darauf setzen aber auch die großen US-Dienste. „Natürlich ist Snapchat ein Konkurrent“, sagt Drüppel. Doch er sieht zwei Vorteile. Einerseits die Vertonungsmöglichkeit mit Fremdstimmen. „Für viele Menschen ist es komisch, wenn sie ihre eigene Stimme hören“, sagt Drüppel. Das halte sie auch davon ab, Videonachrichten zu senden. Der Fremdsound helfe dagegen diese Scheu zu nehmen. Der zweite Vorteil sei, dass die Inhalte nicht wie bei Snapchat nach kurzer Zeit verschwinden. Viele Nutzer würden sich gelungene Videos öfter ansehen oder sie mehrfach einsetzen. „Manche nutzen die Kurzclips sogar wie Emojis“.