Immer öfter müssen Start-ups niedrigere Bewertungen akzeptieren. Die Zahl solcher Finanzierungsrunden stieg um mehr als sechzig Prozent.

Für viele Start-ups ist Stagnation inzwischen schon ein Erfolg. So freuten sich die Soundcloud-Gründer im Sommer über den Einstieg von Twitter. Allerdings lag die Bewertung dabei genauso hoch, wie bei der letzten Runde – aus dem erhofften Aufstieg in den Club der Unicorns wurde wieder nichts.

Doch es hätte noch schlimmer kommen können. Denn nachdem in den vergangenen zwei Jahren die Zahl der mit einer Milliarde und mehr bewerteten Start-ups enorm in die Höhe geschossen war, hat sich die Entwicklung umgekehrt: Seit einem Jahr geht die Angst vor dem Einhornsterben um.

Und tatsächlich mussten sich in diesem Jahr einige Start-ups wieder aus diesem Club verabschieden. So zum Beispiel der Möbelhändler Home24: Die Bewertung schrumpfte in der letzten Runde von 1,1 Milliarden Dollar auf 470 Millionen.

Noch härter erwischte es Rocket Internets Global Fashion Group. Im Mai gab es einen Rückgang von 66 Prozent. Die Bewertung sank von 3,4 auf 1,1 Milliarden Dollar. Damit bleibt die Global Fashion Group noch ein Einhorn, doch das dürfte ein schwacher Trost sein.

Insgesamt stieg die Zahl solcher so genannter Downrounds in diesem Jahr um fast zwei Drittel an, wie eine Auswertung von Barkow Consulting zeigt. Waren es im Vorjahr noch 41 solcher Runden, rechnet die Beratung für 2016 mit 67 Downrounds.

downrounds

Ob sich das im kommenden Jahr fortsetzt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. „Wenn der Börsengang von Snapchat ein großer Erfolg wird und andere Unicorns nachziehen, dann könnte auch wieder mehr Geld fließen“, sagt Geschäftsführer Peter Barkow. Eine allzu optimistische Prognose wagt er jedoch nicht, dafür gibt es zu viele Unwägbarkeiten. Allein der Effekt der Trump-Effekt auf die Wirtschaft sei kaum kalkulierbar.